86-Jährige kommt bei Feuer ums Leben

Bungalow ausgebrannt: Tödliche Zigarette im Bett?

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Rund 40 Feuerwehrleute, 11 Einsatzkräfte der Rettungsdienste sowie sieben Polizeibeamte waren in der Nacht zu gestern beim Wohnhausbrand in Kesselstadt im Einsatz. 

Hanau - Es sind schmucke Häuser mit meist gepflegten Vorgärten, die an der Pferdelache stehen, einer Wohnstraße in Kesselstadt, parallel zur Burgallee. Von Christian Spindler 

An diesem Vormittag parken Autos von TV-Teams, Radiostationen und Zeitungen unweit eines Flachdach-Bungalows, der gefilmt und fotografiert wird. In der Umgebung liegt noch strenger Brandgeruch in der Luft. In der Nacht zu gestern ist in dem Haus, das hinter Büschen und Bäumen kaum zu sehen ist und für das sich die Reporter nun interessieren, eine 86 Jahre alte Frau gestorben. Sie wurde Opfer eines Brandes, den sie möglicherweise selbst verursacht hat. Gestern waren Experten der Polizei in dem Bungalow, der völlig ausgebrannt ist, um Spuren zu sichern und die Brandursache herauszufinden.

Kurz nach 3 Uhr in der Nacht zu gestern hatte die Mitbewohnerin der Seniorin Feuer im Schlafzimmer der 86-Jährigen entdeckt und sofort die Feuerwehr alarmiert. Als die Wehrleute wenig später anrückten, stand der Bungalow bereits lichterloh in Flammen. Die Leiche der 86-jährigen Hauseigentümerin wurde kurz darauf von den ersten Einsatzteams in der Nähe des Betts der Seniorin gefunden. Derweil lief die Brandbekämpfung im Wohnzimmer und in der Bibliothek, die im Vollbrand standen, auf Hochtouren. Nach 30 Minuten war das Feuer unter Kontrolle. Die Nachlöscharbeiten, bei denen Teile der Zwischendecken und des Dachs geöffnet werden mussten, zogen sich aber bis 7 Uhr hin, berichtet Feuerwehrsprecher Tibor Roka. Die Feuerwehren Hanau-Mitte, Steinheim und Mittelbuchen waren mit 40 Einsatzkräften vor Ort.

Gestern wurde die Obduktion der Leiche veranlasst, um die genaue Todesursache festzustellen. Das Ergebnis steht noch aus. Aber die Experten der Kripo schlossen schon am späten Vormittag einen technischen Defekt in dem Haus als Brandursache aus. Alles deute darauf hin, dass eine glimmende Zigarette das Feuer ausgelöst hat. Möglicherweise hat die Seniorin im Bett geraucht und ist dabei eingeschlafen, während die Matratze Feuer fing und sich die Flammen bald im gesamten Haus ausbreiteten. Die Mitbewohnerin der zu Tode gekommenen Seniorin erlitt laut Polizei lediglich eine leichte Rauchvergiftung. Der Sachschaden bei dem Wohnhausbrand in Kesselstadt wird auf 200.000 Euro geschätzt.

Archivbilder

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