Paten unterstützen Flüchtlinge

Abdo Hassan will Busfahrer werden

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Paten und Flüchtlinge fanden schnell Kontakt beim Treffen im Brockenhaus im Stadtteil Lamboy, zu dem das Hanauer Seniorenbüro eingeladen hatte und das vom städtischen Koordinationsbüro organisiert wurde.

Hanau -  Flüchtlinge und hilfsbereite Hanauer trafen sich jüngst auf Einladung des Seniorenbüros im Brockenhaus, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Das Treffen fand im Rahmen des Bundesprojekts „Seniorenbüros engagieren sich für geflüchtete Menschen - Alt für Jung Patenschaften“ statt und wird in Hanau vom städtischen Koordinationsbüro für Flüchtlinge unterstützt. Ziel der Veranstaltung war es, bestehende Beziehungen zwischen engagierten Menschen und geflüchteten Menschen vorzustellen sowie Interessierte für neue Patenschaften zu gewinnen. Im Brockenhaus begegneten sich die Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen - und kamen schnell ins Gespräch. „Die geflüchteten Menschen erzählten, warum sie nach Deutschland gekommen sind und welche Pläne und Ziele sie hier verfolgen“, berichtet Projektkoordinatorin Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro. Die bereits aktiven Paten erzählten von ihren Tätigkeiten, damit sich Flüchtlinge und Hanauer, die sich neu engagieren wollen, ein Bild machen können.

Monika Plotzitzka, die Vorsitzende der Nachbarschaftsinitiative Klein-Auheim, unterhielt sich zum Beispiel angeregt mit Astrid Martin, einer Willkommenslotsin, darüber, wie man Angebote für die in Klein-Auheim lebenden Flüchtlinge initiieren könne.

Monika Nickel fand Kontakt zu Abdulrahman Alabsi, der sich Unterstützung bei der Studienplatzbewerbung wünscht. Die Wohngruppe zusammen(h)alt e.V. mit Gudrun Löffler, Gerhard Löffler, Manfred Haas, Albrecht Körbitz, Helga Heidgen und Wolfgang Osenbrügge brachte zwei ihrer „Patenkinder“ - Badri Nur Warlarwe und seinen zweijährigen Sohn Abdirahman - mit zur Veranstaltung. Sie unterstützt die beiden bei Behördengängen, bei der Suche nach einem Kindergartenplatz und im Alltag in Deutschland. Schnell hatte die Gruppe Kontakt zu Habon Awale Abtidon und ihrem Mann Abdo Hassan Awale aus Somalia aufgenommen. Beide wurden sogleich in die Keplerstraße zur Wohngruppe eingeladen. Habon lebt seit drei Jahren in Deutschland und möchte den Hauptschulabschluss machen. Ihr Mann ist seit drei Monaten hier, will die deutsche Sprache lernen und den Führerschein machen, um als Busfahrer oder Lkw-Fahrer arbeiten zu können. Das Ehepaar Petra und Thomas Höfels aus Mittelbuchen hat sich vorgenommen, die beiden bei der Umsetzung ihrer Ziele zu unterstützen. Maria Centner aus Steinheim lernte bei dem Treffen Ghada Bilal aus Syrien kennen, die mit ihrer Familie in Steinheim lebt. Telefonnummern wurden für die spätere Kontaktaufnahme ausgetauscht. Renate Krüger, Gabriele Spehar und Karl Ludwig Paap wollen einen Nutzgarten zusammen mit Flüchtlingen anlegen. Heike Reuther vom Alt Hanauer Hospital informierte über ein bereits bestehendes Gartenprojekt mit dem Behindertenwerk im Altenpflegezentrum Bernhard Eberhard.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

Rainer Busch und Beatrix Wehner begleiten Asif Mominyar aus Afghanistan, der seit drei Monaten in Deutschland lebt. Sie kommen regelmäßig ins Seniorenbüro und nutzen den PC-Schulungsraum für das gemeinsame Lernen. Mohammad Hmidi hat in Syrien als Elektriker und Hassan Ahmad als Schweißer gearbeitet. Gabriele Spehar will für die beiden den Kontakt zum Repair-Café in Hanau e herstellen, da handwerkliches Geschick dort immer benötigt wird und die Flüchtlinge so Kontakt zu anderen Menschen erhalten und ihre Sprachkenntnisse erweitern können.

Das nächste Kontakttreffen für Flüchtlinge und Paten findet am Mittwoch, 22. Juni, 18 Uhr statt. Der Ort steht noch nicht fest. Interessierte bekommen weitere Informationen im Seniorenbüro, Telefon 06181/66820-60, oder per E-Mail an barbara.heddendorp@hanau.de. Weitere Infos: www.hanau-engagiert.de.

cs

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