„Ausbeutung geht jeden an“

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Hohe Landesschule beteiligte sich mit fünf Schülern an internationaler Konferenz bei den Vereinten Nationen.

Hanau/New York (did) - Es war wirklich nichts alltägliches, was fünf Schülerinnen und ein Schüler der Hohen Landesschule (HOLA) mit ihrer Lehrerin erlebt haben: Nach New York in die USA zu reisen, um dort an einer Konferenz der Vereinten Nationen teilzunehmen.

Möglich wurde dies durch die jährliche UN-Konferenz, die von der Internationalen Schule der Vereinten Nationen (UNIS) regelmäßig organisiert wurde. Zu dieser Konferenz werden alljährlich mehr als 400 Schüler aus aller Welt eingeladen. Nachdem bereits 2011 mehrere Schüler durch Vermittlung des Politiklehrers und Leiters des Fachbereichs II, Studiendirektor Stefan Prochnow, diese Gelegenheit wahrnehmen konnten, reisten dieses Jahr erneut vier Schülerinnen und ein Schüler des Hanauer Gymnasiums in Begleitung von Oberstudienrätin Carmen Heim nach New York.

Das Thema der Konferenz war „Human Exploitation: Exposing The Unseen“. Zu diesem Thema haben die Teilnehmer an zwei Konferenztagen Vorträge gehört und diskutiert, selbstverständlich auf Englisch. Und das alles an dem Ort, an dem sich sonst die Diplomaten eines der wichtigsten globalen Gremien treffen, um internationale Probleme zu erörtern: in der Generalversammlung der UNO.

Vorträge natürlich auf Englisch

Nach der Anreise der Schülerinnen und Schüler und der Verteilung auf die jeweiligen Gastfamilien bestand eine erste Gelegenheit, sich in Downtown Manhatten umzusehen und erste Eindrücke der Metropole New York zu gewinnen.

Die Konferenz selbst begann mit einer einer 15-minütigen Eröffnungsrede der stellvertretenden UN-Generalsekretärin Dr. Asha-Rose Migiro. Ausbeutung von Menschen in allen Teilen der Welt sei ein Thema, das jeden etwas angehe, mahnte die Diplomatin, und deshalb freue sie sich, dass sich so viele junge Menschen aus aller Welt mit diesem Thema im Laufe der Konferenz intensiv befassten.

Eine weitere Rede von Katherine Chon über die gefährlichen Praktiken des globalen Menschenhandels und der Sklaverei folgte. Dieser Beitrag wurde vom bewegenden Film „Not My Life“ von Robert Bilheimer unterstützt. Anschließend debattierten die Schülerinnen und Schüler aus allen Teilen der Welt sehr kontrovers miteinander und strebten nach Lösungsansätzen.

Den Abend verbrachten die Schüler zusammen mit ihren Gastfamilien, besuchten ein Musical oder den Times Square bei Nacht und bekamen hautnah zu spüren, was es bedeutet, in der „Stadt, die niemals schläft“ zu sein.

Jeder soll sich für Freiheit und Gerechtigkeit einsetzen

Am zweiten Konferenztag folgten weitere Vorträge von Helen Benedict, Professorin an der Columbia University‘s Graduate School of Journalism, sowie Johanna Esposito, Special Agent beim FBI.

Zuletzt erhielt Rachel Lloyd das Wort und hielt eine sehr emotionale Rede zum Thema Prostitution. Sie selbst ist mit 19 Jahren der Prostitution entkommen, unterstützte daraufhin junge Mädchen auf dem Weg aus der Zwangsprostitution und gründete im Jahr 2000 die gemeinnützige Organisation GEMS. In ihrer sehr bewegenden Ansprache machte sie die Konferenzteilnehmer darauf aufmerksam, dass jeder Einzelne einen Teil dazu beitragen könne, Menschenhandel und Zwangsprostitution zu erkennen, und appellierte an ihre Zuhörer, sich im eigenen Aktionsradius für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen.

Die sechs Holaner waren begeistert von ihrer Zeit in New York: Auf der einen Seite die Konferenz, mit der Möglichkeit, UNO-Luft zu schnuppern und sich sowohl mit hochrangigen und interessanten Persönlichkeiten als auch mit 400 gleichaltrigen „Diplomaten“ über die verschiedenen Positionen bezüglich der Thematik auszutauschen. Auf der anderen Seite die beeindruckende Metropole New York zu erleben. Für alle Teilnehmer war die Studienfahrt nach New York deshalb ein bereicherndes Erlebnis.

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