Tagung mit Experten aus ganz Europa

Zu Besuch bei Przewalskis

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Im Reservat auf dem Campo-Pond-Gelände haben vom Aussterben bedrohte Prezewalski-Urwildpferde eine Zuhause gefunden. Die Pferde und ein Erhaltungszuchtprogramm waren Thema einer Fachtagung mit internationalen Experten.

Hanau - Rund  30 Przewalski-Urwildpferd-Experten und -halter aus ganz Deutschland sowie Gäste aus Ungarn trafen sich für eine zweitägige Fachtagung in Hanau.

Darunter Zoologen, Tierärzte, Förster, Vertreter der Umweltbehörde, Pferdepfleger- und Betreuer sowie die langjährige Leiterin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms für Przewalski-Pferde (EEP), Dr. Waltraud Zimmermann. Gastgeber und Programmgestalter waren das Umweltzentrum der Stadt Hanau sowie der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn, der für die Haltung der Przewalski-Pferde im Großauheimer Reservat Campo Pond und vier weiteren Semireservaten im Rhein-Main-Gebiet verantwortlich zeichnet.

Im Mittelpunkt der Tagung stand die Gründung des Arbeitskreises „Przewalski-Pferde in Semireservaten“. Zu den Mitgliedern zählen Vertreterinnen und Vertreter der Przewalski-Projekte Hanau, Gießen, Berlin-Liebenthal, Tennenlohe, Augsburg, Döberitzer Heide, Babenhausen und Schweinheim. Aber auch der Bundesforstbetrieb Schwarzenborn als Tierhalter und Grundstückseigentümer der Semi-Reservate und der Nationalpark Hortobagy-Pentezug in Ungarn sind dabei, ebenso wie Tierärztinnen vom Zoo Frankfurt und Tierpark München-Hellabrunn, die Untere Naturschutzbehörde Hanau und das Umweltzentrum Hanau.

Alles zu den Przewalskis

„Wie bereits die in den letzten Jahren durchgeführten Fachtagungen, soll der Arbeitskreis dem Austausch von Informationen dienen und die Kooperation der Przewalski-Halter erleichtern“, erläuterte Christoph Goebel, Leiter des Bundesforstbetriebs Schwarzenborn. „Die beteiligten Projekte stehen im engen Austausch miteinander und nutzen die Kompetenzen und Erfahrungen der beteiligten Tierärzte, Biologen, Pädagogen, Forstwissenschaftler und Landwirte.“ Regelmäßige Treffen seien vorgesehen und auch eine Homepage sei zudem gerade im Entstehen.

Im Rahmen des Treffens diskutierten die Experten auch Fragen der Pferdehaltung, Populationsmanagement, Forschung und Naturschutz, Bildung und Öffentlichkeitsarbeit, medizinische Versorgung der Tiere und praktischen Themen wie Unterstände, Transporte und Problempflanzen auf der Weide. Gabriele Schaar-von-Römer, Leiterin des Umweltzentrums Hanau, stellte das hiesige Nachwuchsforscher-Projekt vor, bei dem Kinder und Jugendliche sich als Biologen betätigen und vor Ort die Pferde und ihren Lebensraum erforschen können. Auch ein gemeinsamer Ausflug ins Semireservat Schweinheim bei Aschaffenburg stand auf dem Programm. „Ein durch und durch fruchtbarer Austausch unter Przewalski-Experten, von dem alle Teilnehmer profitieren und viel Wissen und zahlreiche Anregungen für ihre Przewalski-Projekte mitnehmen können“, fasste Schaar-von-Römer das Treffen zusammen.

Urwildpferde im Hanauer Naturschutzgebiet: Bilder

Sechs Przewalski-Stuten, ein Jährling und drei Fohlen leben im Rahmen eines Erhaltungszuchtprogramms im Naturschutzgebiet Campo Pond, einem ehemaligen US-Truppenübungsplatz, in Großauheim. Das Umweltzentrum bietet regelmäßig Führungen zu den Urwildpferden an, in deren Rahmen viele seltene Tier- und Pflanzenarten auf dem Campo Pond Gelände erkundet werden. Das Przewalski-Pferd ist die weltweit einzige genetisch reine Art des Wildpferdes, die in ihrer Wildform bis heute überlebt hat.

Die nächsten Führungen sind für die Sonntage 6. November und 4. Dezember angesetzt. Weitere Informationen und Anmeldung über das Umweltzentrum Hanau unter Telefon 06181/3049148 oder per E-Mail an Anmeldung-umweltzentrum@hanau.de. (cs.)

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