Bluttat in Klein-Auheim beschäftigt Landgericht

66-Jähriger sticht auf Ehefrau ein und verständigt Sanitäter

Hanau - Brutales Verbrechen im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim: Im Februar dieses Jahres wurde eine 53-jährige Frau mit drei Messern getötet, seit Freitag muss sich ihr Ehemann wegen Totschlages vor der 1. Großen Strafkammer im Hanauer Landgericht verantworten. Von Andreas Ziegert 

Der 66-Jährige hatte am Abend des 17. Februar nach seiner Bluttat in einem Mehrfamilienhaus an der Eisenbahnstraße selbst die Rettungskräfte alarmiert. Zum gestrigen Verhandlungsbeginn machte er keine Angaben zu den Vorwürfen. So endete der erste Prozesstag nach dem Verlesen der Anklageschrift. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die Frau mit drei Messern erstochen. Laut Anklage hat sie in der Küche auf einem Stuhl gesessen, als sie ihr Ehemann attackiert haben soll. Ein Stich ging durch die Rippen hindurch und traf einen Herzbeutel, wonach sich 1,6 Liter Blut in ihrem Oberkörper ansammelten. Ein weiteres Messer durchbrach das Zwerchfell, das dritte landete im Bauchraum unterhalb der Rippenbögen. Beim Eintreffen von Rettungsdienst und Polizei gegen 18.30 Uhr steckten alle drei Messer noch bis zum Schaft im Körper der 53-Jährigen, jede Hilfe kam zu spät.

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Der Angeklagte wurde umgehend festgenommen und sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Bei der Tat soll der in Groß Strehlitz (Polen) geborene deutsche Staatsbürger einen Alkoholpegel von mindestens 2,94 Promille gehabt haben. Die Tatwaffen stammen laut Ermittlungsergebnissen aus einem Küchenmesserblock aus der bisherigen gemeinsamen Dachgeschosswohnung in der Eisenbahnstraße in Klein-Auheim. Der Angeklagte saß nach der Tat ruhig auf einem Stuhl und ließ sich widerstandslos festnehmen. Als Motiv gab er gegenüber der Polizei an, dass ihm seine Frau zu viel geredet habe.

Vor der Haftrichterin machte der 66-Jährige auf Anraten seines Verteidigers wie jetzt auch am ersten Verhandlungstag keine Angaben mehr. Die Staatsanwaltschaft hat keine Mordanklage erhoben, da davon ausgegangen wird, dass der Mann die 53-jährige Rumänin von vorne angegriffen hat und daher nicht von einer Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgegangen werden kann. Kampfspuren wurden in der Wohnung nicht gefunden. Der Prozess wird am 29. August fortgesetzt.

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Rubriklistenbild: © dpa

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