Studium mit Kopf und Hand

Brüder-Grimm-Berufsakademie startet in neues Semester

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26 neue Studentinnen und Studenten konnte die Brüder-Grimm-Berufsakademie zum Semesterstart begrüßen. Insgesamt zählt die Akademie damit mittlerweile rund 100 Studenten.

Hanau - Gerade einmal „einen Wimpernschlag“ sei es her, dass der Startschuss für die Brüder-Grimm-Berufsakademie (BGBA) gegegeben und damit der Grundstein für Hanau als Hochschulstandort gelegt worden sei, erklärte Oberbürgermeister Claus Kaminsky zur Begrüßung der Erstsemester. Von Laura Hombach 

Mit 26 Studienanfängern und damit vollen Klassen gehen die beiden dualen Studiengänge Produktgestaltung und Designmanagement in ein neues Semester. Die Brüder-Grimm-Berufsakademie macht ihren Studenten dabei das in Deutschland einzigartige Angebot eines dualen Studiengangs im kreativwirtschaftlichen Bereich. Parallel zum Studium der Produktgestaltung oder des Designmanagements absolvieren sie auch eine handwerkliche Ausbildung zum Goldschmied oder Metallbildner. Eine Kooperation mit der Staatlichen Zeichenakademie, in deren Gebäude sich auch die Studienräume der Brüder-Grimm-Berufsakademie befinden, macht dies möglich.

Am Ende ihres dreieinhalbjährigen Studiums haben die Studenten somit nicht nur den Bachelor-Titel, sondern auch eine abgeschlossene Berufsausbildung als Goldschmied oder Metallbildner in der Tasche. Für die zukünftigen Arbeitgeber hat das den Vorteil, dass die Absolventen der BGBA nicht nur in der Theorie fit sind, sondern auch aus eigener Erfahrung beurteilen können, was in der Praxis umsetzbar ist. Rund 60 Interessenten hatten sich für einen Studienplatz im neuen Semester beworben. Von den 14 Produktgestaltern und zwölf Designmanagern, die nun in ihr Studium starten können, absolvieren 15 eine Ausbildung zum Goldschmied und elf die zum Metallbildner.

Das Studium parallel zur Ausbildung sei anspruchsvoll, erklärte Kaminsky in seiner Begrüßungsansprache. Er erinnerte auch an die Anfänge der BGBA, die vor vier Jahren mit neun Designmanagement-Studenten gestartet war. Mit den neuen Erstsemestern, dem 5. Studienjahrgang, seien es nun rund 100 Studierende, die sich für die Hanauer Studiengänge eingeschrieben haben, so Kaminsky. Ihm sei durchaus bewusst, dass Hanau damit ein sehr überschaubarer Hochschulstandort sei. Für die Studenten habe das jedoch den Vorteil kleiner Klassen und persönlicher Kontakte statt eines anonymen Studienumfelds.

Welche Strahlkraft das duale Studienangebot in der Brüder-Grimm-Stadt habe, veranschaulichte der OB anhand der Heimatstädte der Erstsemester. Mit rund 630 Kilometern am fernsten der Heimat ist eine Studentin aus Eberswalde. Für internationalen Flair sorgt eine Studentin aus der Schweiz. Auch junge Menschen aus Berlin, München, Weimar und Erfurt haben sich für ein Studium in der Goldschmiedestadt entschieden, lediglich zwei der Erstsemester kommen auch aus Hanau.

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Auch die Berufsakademie selbst befinde sich auf einem stetigen Entwicklungskurs, erklärte der OB. Dafür spreche nicht nur die voll belegten Klassen, sondern auch der neu ins Angebot aufgenommene Studiengang Innovationsmanagement (siehe Kasten) sowie das neue Angebot für die Studenten der Produktgestaltung, parallel eine Ausbildung als Holzbildhauer oder Elfenbeinschnitzer zu absolvieren. Letzteres wird durch eine Kooperation mit dem Beruflichen Schulzentrum Odenwaldkreis ermöglicht.

Auch Akademieleiterin Professor Nicole Simon begrüßte die Erstsemester. Einen Studien- und Berufsabschlusss innerhalb von sieben Semestern zu erlangen, sei anspruchsvoll. Die Studenten, die aufgrund ihres dualen Studiums auch nicht die an anderen Hochschulen üblichen Semesterferien haben, sollten das Pensum nicht unterschätzen. Sie wolle aber auch keine Angst schüren. Das Studium sei intensiv, aber zu schaffen, so Simon.

In dieser Woche, der Einführungswoche, stehen zunächst zwei Tage Einweisung in das wissenschaftliche Arbeiten und ein Ausflug nach Frankfurt in das Museum für Angewandte Kunst und die Innenstadt an, bevor die Studenten in der kommenden Woche mit einer praktischen Studienphase beginnen. Bei einem Grillfest wurden die Neuankömmlinge noch einmal ganz zwanglos von den Lehrenden und ihren Kommilitonen aus den höheren Semestern an der BGBA willkommen geheißen.

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