„Parkour der Solidariät“

Bündnisinitiative fordert bessere Bedingungen für Flüchtlinge und Migranten

Mit einer Kundgebung endete gestern nachmittag die Aktion des Bündnisses „Solidarität statt Spaltung“ auf dem Freiheitsplatz. Im Mittelpunkt stand dabei die Forderung nach einer gerechtern Verteilung des Vermögens in unserer Gesellschaft. - Foto: Iding

Hanau - „Solidarität statt Spaltung“ nennt sich die vor einem Jahr gegründete Bündnisinitiative, die sich die Forderung nach besseren sozialen Bedingungen für alle in Hanau und dem Kreis lebenden Menschen auf die Fahnen geschrieben hat. Von Laura Hombach 

Gestern Nachmittag veranstaltete das Bündnis seinen inzwischen zweiten „Parkour der Solidarität“ auf dem Freiheitsplatz. In dem Bündnis zusammengeschlossen haben sich Organisationen wie der DGB, die GEW, der Flüchtlingshilfeverein Lampedusa Hanau, der Runde Tisch für menschenwürdiges und bezahlbares Wohnen und das Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau. Durch ihren Zusammenschluss wollen die Organisationen ein klares Zeichen gegen soziale Spaltung und rechte Hetze und für eine Willkommenskultur mit Flüchtlingen und Migranten setzen.

„Für uns verläuft die Linie nicht zwischen außen und innen, sondern zwischen denjenigen, die viel haben und jenen, die nichts haben“, erklärt Tobias Huth, Gewerkschaftssekretär des DGB Südost Hessen. Doch wenn, wie in der gegenwärtigen Situation, sozial Schwache und Flüchtlinge immer wieder um die wenigen Sozialwohnungen oder um Arbeitsstellen konkurrieren müssten, sei das Wasser auf die Mühlen rechter Hetze.

„Die Verschiebung des gesellschaftlichen Klimas nach rechts sehen wir als gefährlich an“, so Huth. Abhilfe können nach Ansicht des Bündnisses nur Verbesserungen in der Sozial-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik bringen. Forderungen, die sie an alle politischen Ebenen - von der Bundes-, über die Landes- bis hin zur kommunalen Politik - richten. Die dafür benötigten Gelder seien durchaus vorhanden, lediglich die gerechte Verteilung funktioniere nicht.

So macht sich das Bündnis für eine Umverteilung des Vermögens etwa durch höhere Besteuerung von Reichen und Kapitalvermögen stark. „Es wäre genügend Geld da, um den Leuten ihre Ängste etwa bezüglich der Rente zu nehmen,“ erklärt Heinz Bayer, Kreisvorsitzender der GEW Hanau. Aber auch klare Forderungen an die Kommunalpolitik werden beim „Parkour der Solidarität“ formuliert.

Flüchtlingsunterkunft: Eindrücke aus der Schärttner-Halle

Auf einem der Papphäuschen, mit denen der Runde Tisch für menschenwürdigen und bezahlbaren Wohnraum auf den Mangel an günstigen Wohnraum in Hanau aufmerksam macht, prankt die Forderung: „Baugesellschaft: Jetzt Sozialwohnungen bauen“.

Mit einem Schlauchboot und und Infotafeln macht die Flüchtlingshilfe Lampedusa auf das Schicksal der Menschen, die in Deutschland Asyl suchen, aufmerksam. Eindringlich auch der Appell von Yussuf Mowlid bei der abschließenden Kundgebung. Der Somalier, der vor über drei Jahren über Italien nach Deutschland gekommen ist, schildert die quälenden Ungewissheit und wünscht sich für sich und seine Leidensgenossen nur eines: „Wir brauchen endlich Bleiberecht“.

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