Lange Schlangen bei Einlasskontrollen

Bürgerfest: Heißer Boléro mit Zugkraft

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Die „Moving Artists“ zeigten nach dem Lampionumzug der Kinder eine feurige Darbietung.

Hanau - Zwei Tage lang Bilderbuchwetter bescherten dem 56. Hanauer Bürgerfest am Freitag und Samstag auf den Mainwiesen unterhalb des Schlosses Philippsruhe einen wahren Besucheransturm. Von Dieter Kögel 

Doch gestern Früh kam der Regen, und die Gesichter an Zapfstationen und Grills wurden zunächst etwas länger. Aber so schlimm wurde es dann ja doch nicht. Immerhin zwei Tage lang lief die Festmaschinerie am Mainufer auf Hochtouren - ohne bange Blicke gen Himmel. Bei den nächtlichen Darbietungen auf der Bühne am Main hatten sich in den vergangenen Jahren freitags immer rund 200 Besucher versammelt. In diesem Jahr, so schätzt Cheforganisator Bernd Michel, waren es um die 800 als das Ballett-Ensemble Bladin zu Maurice Ravels „Boléro“ tanzte. Und gar das Vielfache dieser Zahl tummelte sich am Samstag um 22 Uhr vor der Bühne.

Zu dieser Zeit waren am Freitag einige liebgewonnene Bürgerfest-Attraktionen bereits abgehakt. Etwa der Anstich des ersten Fasses Hanauer Bier aus den Braustuben von Stefan Simon aus Kesselstadt. Ein gut aufgelegter Oberbürgermeister trieb den Zapfhahn ins Spundloch, hatten Claus Kaminsky und seine Fußballmannschaft aus dem Rathaus beim Kick gegen die lokale Presse zuvor doch ein 2:2 herausgeholt.

Vor stattlicher Zuschauerkulisse maßen sich auf dem Main am Samstag wieder 19 Teams bei Drachenbootrennen. Die „Flying D´s“ von Dunlop entschieden das spannende Finale für sich. Um Trophäen ging es auch beim Rudern, beim Stand-Up Paddling, bei den Jugendfußballturnieren und beim Tretbootcup am Sonntag. Tanz und Sport zum Zuschauen präsentierten Hanauer Vereine in der Sportarena und zum Zuhören gab es Möglichkeiten im Überfluss. Über 90 Bands präsentierten sich im Verlauf der drei Bürgerfesttage auf den verschiedenen Bühnen.

Bilder: Bürgerfest in Hanau

Spannung war wieder im Zelt des KUZ und der Jugendarbeit Hanau angesagt, wo Jury und Publikum den diesjährigen „Hoffnungsträger“ auszuwählen hatten. Die Hardrock-Band „Who´s Mary“ aus Frankfurt machte das Rennen, die Gelnhausener Nu-Metal-Band „Honey Budger“ errang den zweiten Platz und den Publikumspreis, die Musiker von „Sonic Loth“ freuten sich über Platz drei. Nach Mitternacht nahm Stadtrat Axel Weiss-Thiel die Siegerehrung vor, nach der der langjährige „Hoffnungsträger“-Moderator Lutz Hanus sein Amt in jüngere Hände weitergab. Über zehn Jahre lang führte Hanus durch das alljährliche Programm.

Die drei Euro Eintritt für einen Festtag oder die fünf Euro für alle drei Tage, sie sind auf dem Bürgerfest längst kein Thema mehr. Alleine wegen der Fülle des Programmangebots werde der Eintrittspreis akzeptiert, sagt Bernd Michel, für den die Welt bis Samstagnacht vollkommen in Ordnung war. Gestern freilich war ob des heftigen Regens das Wetter dann Thema. „Wichtig ist, dass es zwischen 21 und 23 Uhr nicht regnet“, so Michel am Mittag. Denn zu dieser Zeit erlebt das Bürgerfest allein wegen des Abschlussfeuerwerks noch einmal den ganz großen Ansturm. Der sorgte bereits an den zwei Vortagen für gewisse Unannehmlichkeiten an den Eingängen beim Schloss und beim Amphitheater. Hunderte von Metern standen die Menschen zum Teil in der Schlange. Die Kontrollen waren streng. Polizei, Stadtpolizei und private Sicherheitskräfte zeigten Präsenz.

Bilder zum Bürgerfest in Hanau

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