„Übers  Ziel  hinausgeschossen“

CDU-Fraktionschef attackiert Landrat Pipa wegen Polizei-Schelte

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Landrat Erich Pipa

Main-Kinzig-Kreis - Mit Unverständnis reagierte der Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Michael Reul auf die Kritik von Landrat Erich Pipa (SDPD) an der Polizei.

Pipa warf dieser im Rahmen seiner Pressekonferenz, auf der er ankündigte, 2017 nicht erneut für die Position des Landrats zu kandidieren, vor, ihn nicht ausreichend zu schützen. Bezogen war dies auf Drohbriefe, die Pipa in den vergangenen Monaten erhalten hatte. „In seiner Kritik spricht der Landrat unserer Polizei und ihren Beamten ab, alle notwendigen Maßnahmen ergriffen zu haben, um seinen Schutz zu gewährleisten“, so Reul. Eine solch pauschalisierte Generalabrechnung sei fehl am Platz und stelle die schwierige Arbeit der Polizistinnen und Polizisten in Frage. Dass Pipa nun öffentlich bereits zurückruderte, zeige insofern auch, dass ihm bewusst sei, dass er mit seinen Vorwürfen weit über das Ziel hinausgeschossen ist.

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Unglücklich war laut Reul jedoch auch die Äußerung des Landrats, insbesondere die Bedrohungen gegen seine Person wären ein Grund für seinen Rückzug aus der aktiven Politik im kommenden Jahr. „Dies ist das völlig falsche Signal an diejenigen, die hinter solchen feigen Drohungen stecken. Die Aussage impliziert gewissermaßen, dass die Täter ihr Ziel erreicht haben“, so Reul. Hinter dem Rückzug der SPD aus den Gesprächen über eine mögliche Große Koalition im Kreistag vermutet Reul politisches Kalkül. Es sei offenkundig, dass sich die SPD im letzten Augenblick gegen eine Große Koalition auf Kreisebene entschieden habe, um dem eigenen Kandidaten für die Landratswahl im kommenden Jahr eine günstigere Ausgangslage zu verschaffen.

„Dass die Sozialdemokraten aufgrund solcher parteitaktischer Überlegungen die Koalitionsverhandlungen im letzten Moment auf Eis gelegt haben, ist sehr bedauerlich. Es wird zudem wohl dazu führen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der SPD auf dieser Basis zumindest in naher Zukunft im Kreistag leider nicht möglich sein wird“, so Reul. Deshalb sei es auch verständlich, dass Ulf Homeyer, der von der CDU-Kreistagsfraktion fast einstimmig für die Position des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten nominiert worden war, nun nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung steht.

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did

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