ALL will neuen Bürgerfest-Standort

Christa Martin: Schäden durch Telefonica-Feier waren vorhersehbar

Hanau - Die Alternative Linke Liste (ALL) in der Stadtverordnetenversammlung sieht sich in allen Befürchtungen hinsichtlich der Telefonica-Betriebsfeier auf den Mainwiesen bei Schloss Philippsruhe bestätigt.

„Diese Party war nicht im Sinne von Bevölkerung und Natur, sondern einzig im Sinne der dort feiernden Firma und der Kasse der Stadt Hanau“, ärgern sich die ALL-Stadtverordneten Christa Martin und Zarife Bulut. Es sei ein starkes Stück, wenn wegen einer Privatparty Straßen gesperrt würden und für Anwohner das Verlassen und Betreten ihrer Wohnhäuser zum Problem werde. Unverständlich sei, dass der Mietvertrag für die Mainwiese über die Köpfe der Anlieger hinweg abgeschlossen worden und selbst der Ortsbeirat übergangen worden sei. Letzterer sei von der Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt worden, kritisiert die ALL.

Lesen Sie dazu heute auch:

Nach Telefonica-Fest: OB wirft ALL „Horrormeldungen“ vor

Es sei mit einer „erstaunlichen Leichtfertigkeit“ vorgegangen worden – zuerst werde gefeiert und dann mal gesehen, welche Auswirkungen das habe. Dabei, so ALL-Fraktionschefin Christa Martin, sei doch Erfahrung genug vorhanden aus den Zuständen rund um das Technofestival Love Family Park, das jahrelang per Ausnahmegenehmigungen im Landschaftsschutzgebiet Großauheimer Mainwiesen gefeiert worden sei. „Eigentlich hätte man doch lernen müssen aus eben diesen großen Schäden, die damals regelmäßig entstanden sind und dokumentiert wurden. Wenn auch die Flora und Fauna an beiden Stellen nicht unbedingt identisch ist: Natur bleibt Natur, Schutz darf nicht unterschiedlich bemessen werden“, findet Christa Martin. Es sei klar vorauszusehen gewesen, dass auch die Wiese unterhalb des Schlossparks Schaden nehmen würde. Umso bedauerlicher sei es, dass sich die Untere Naturschutzbehörde nicht gegen die Genehmigung dieser Party gestellt habe.

Nachdem eine derartige private Großveranstaltung nach den Worten von Oberbürgermeister Kaminsky (SPD) nicht mehr auf den Mainwiesen stattfinden solle, gehe die Alternative Linke Fraktion davon aus, dass dies auch für öffentliche Veranstaltungen gelten sollte. Auch beim Bürgerfest werde die unter Schutz stehende Wiese zertrampelt und müsse sich stets aufs Neue regenerieren. Das Also müssten auch für das Bürgerfest nicht unter Schutz stehende Gelände eruiert werden. Eine Forderung die OB Kaminsky umgehend zurückwies.

Bilder zum Bürgerfest in Hanau

„Es ist eine der vordringlichsten Aufgaben des neu erstandenen Hanauer Kleeblatts, sich zukünftig weit mehr als bisher um die Ökologie unserer Stadt zu bemühen. Es kann und darf nicht weiter passieren, dass Landschaftsschutzgebiete und Kaltluftschneisen ignoriert werden und Stadtplätze einer Totalversiegelung zum Opfer fallen“, finden Christa Martin und Zarife Bulut. (did)

Rubriklistenbild: © dpa

Mehr zum Thema

Kommentare