Drei Standorte reichen künftig

Auslaufen des Haupt- und Realschulzweigs an Tümpelgartenschule

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Die Entscheidung über die Zukunft der Tümpelgartenschule ist offenbar gefallen: Ab dem Schuljahr 2017/18 werden dort keine Schüler mehr in der Sekundarstufe 1 neu aufgenommen. Der Haupt- und Realschulzweig der Schule wird aufgegeben.

Hanau - Der Haupt- und Realschulzweig samt Förderstufe an der Tümpelgartenschule (TGS) wird in absehbarer Zeit Geschichte sein. Von Dirk Iding 

Das Hessische Kultusministerium hat den neuen Hanauer Schulentwicklungsplan genehmigt und damit auch dem Auslaufen des Haupt- und Realschulzweigs an der TGS zugestimmt. Damit wird erstmals in Hanau aufgrund rückläufiger Schülerzahlen im Haupt- und Realschulbereich Schulraum real abgebaut. Ursprüngliche sollten schon ab dem Schuljahr 2016/17 keine neuen Schülerinnen und Schüler in den fünften Klassen der Tümpelgartenschule mehr aufgenommen werden. Doch weil sich das Hessische Kultusministerium mehr als ein Jahr Zeit für die Entscheidung über den bereits im April 2015 mit Mehrheit vom Hanauer Stadtparlament beschlossenen Schulentwicklungsplan ließ, konnte die TGS fürs nächste Schuljahr noch neue Schüler in ihrer Sekundarstufe 1 aufnehmen. Sie werden die letzten sein, die an der TGS, die als Grundschule erhalten bleibt, ihren Real- oder Hauptschulabschluss machen werden. Ab dem Schuljahr 2017/18 wird es keine Neuaufnahmen mehr in den weiterführenden Zweigen der Tümpelgartenschule geben.

Mit der Entscheidung des Kultusministeriums geht eine der heftigsten schulpolitischen Auseinandersetzungen der vergangenen 20 Jahre in Hanau zu Ende. Lehrer, Eltern und Schüler der Tümpelgartenschule hatten heftig gegen die geplante Maßnahme protestiert und wollten über einen Bürgerentscheid die Entscheidung des Stadtparlaments, die vor allem mit den Stimmen von SPD und Bürgern für Hanau getroffen worden war, kippen. Doch weil das von der Zahl der Unterschriften her erfolgreiche Bürgerbegehren, mit dem ein Bürgerentscheid erzwungen werden sollte, rechtliche Defizite hatte, ließ die Mehrheit im Stadtparlament den Bürgerentscheid nicht zu. Eine zunächst von der Elterninitiative erwogene Klage dagegen blieb letztlich aus.

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Mit der Genehmigung folgt das Hessische Kultusministerium nun den dem Hanauer Schulentwicklungsplan zugrundeliegenden Prognosen über die künftigen Schülerzahlen. Kultusminister Ralph Lorz (CDU) stellt in seiner Genehmigung fest, dass der Plan vorausschauend über die Bedarfe an den weiterführenden Schulen in Hanau informiere. Die darin enthaltenen statistischen Daten könne er bestätigen. „Das gegenläufige Zusammenwirken von Wanderungsgewinn und Alterung der Stadtgesellschaft bewirkt eine relativ stabile Schülerzahlentwicklung im Planungszeitraum“, stellt der Minister fest. Im Bereich der Förderstufen und der Hauptschulen seien die Schülerzahlen seit dem Schuljahr 2006/07 um 30 beziehungsweise 50 Prozent rückläufig. Zugleich wählten immer mehr Eltern für ihre Kinder einen Schulplatz am Gymnasium“, so Lorz.

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Die Stadt Hanau als Schulträger reagiert darauf, indem sie mit der TGS einen von bislang vier Haupt- und Realschulstandorten aufgibt. Mit der Steinheimer Eppsteinschule, der Otto-Hahn-Schule und dem Schulzentrum Hessen-Homburg bleiben drei Haupt- und Realschulstandorte übrig. Hanaus Schuldezernent Axel Weiss-Thiel (SPD) begrüßte die Entscheidung des Kultusministeriums: „Es freut mich, dass sich das Ministerium unserem Schulentwicklungsplan anschließt und unsere Pläne voll unterstützt.“ Das beweise, dass man gute Argumente gehabt habe und auch die Prognosen für den Schulstandort Hanau für das Land Hessen gut nachvollziehbar seien. Statt des Haupt- und Realschulzweiges plant die Stadt Hanau auf dem Gelände der Tümpelgartenschule ein so genanntes „Bildungszentrum 0-10“. Dahinter verbirgt sich eine Kindertagesstätte mit Hort und anschließender Grundschule mit Ganztagesbetreuung. Dafür will die Stadt Hanau in den nächsten Jahren mehr als zehn Millionen Euro investieren.

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