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Ehemaliger Aldi wird zur Moschee

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Das frühere Aldi-Gelände in Nachbarschaft des Hafenblocks.
Das frühere Aldi-Gelände in Nachbarschaft des Hafenblocks. © Iding

Hanau - In einem ehemaligen Verbrauchermarkt im Hanauer Hafengebiet kann die Ahmadiyya-Gemeinde eine Moschee einrichten. Oberbürgermeister Claus Kaminsky kündigte bei einem Termin mit zwei kritischen Anwohnern im Rathaus an, dass die Baugenehmigung in den nächsten Tagen unterzeichnet wird.

Der im Juni 2013 gestellte Bauantrag der muslimischen Glaubensgemeinschaft sei „nach Recht und Gesetz geprüft und bewertet“ worden. Die Ahmadiyya-Gemeinde hatte das Anwesen mit der leerstehenden Aldi-Filiale in der Hafenstraße gekauft und will sie bis Ende dieses Jahres zu einer Gebetsstätte für ihre rund 150 Mitglieder umbauen sowie zwei zwölf Meter hohe Minarette errichten. Dies ist eine geringere Höhe im Vergleich zu den von der Glaubensgemeinschaft in anderen hessischen Städten errichteten Minaretten.

Die Moschee soll täglich geöffnet sein. Nach Angaben des Antragstellers beschränkt sich die Nutzung auf das Abend- und das Freitagsgebet (17 bis 22 Uhr). Freitags sei mit dem größten Zulauf von 80 bis 90 Personen zu rechnen, werktags mit 30 bis 40 Personen. Es wird laut Bauantrag keine Lautsprecher geben und keine Gebetsrufe, die nach außen dringen. Die erforderlichen 104 Stellplätze können alle auf dem Grundstück nachgewiesen werden, so dass nicht mit Problemen durch Besucherverkehr zu rechnen sei, betont Oberbürgermeister Kaminsky.

Nicht im Betrieb eingeschränkt

Benachbarte Unternehmen werden durch die Moschee in ihrem Betrieb nicht eingeschränkt, da die von der Ahmadiyya-Gemeinde beantragte Verwaltungswohnung nicht genehmigt worden ist. „Die Wünsche der Ahmadiyya-Gemeinde sowie die Interessen der benachbarten Firmen im Hafen konnten vereint werden“, so Kaminsky.

Die Stadt hatte Anwohner, die dem Vorhaben skeptisch gegenüber stehen, bereits im Sommer 2013 bei einem Ortstermin mit Vertretern der Ahmadiyya-Gemeinde mit an den Tisch geholt und ihnen die Baupläne vorgestellt. „Wir wollten mit größtmöglicher Transparenz die Akzeptanz für das Projekt fördern“, so der Oberbürgermeister. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, Günter Jung und Emelie Rensch, die damals Unterschriften für eine Information der Anwohner gesammelt hatten, zeitnah von der Entscheidung der Bauaufsicht in Kenntnis zu setzen. Diese nahmen bei der Zusammenkunft im Rathaus die Aussage von Claus Kaminsky wohlwollend zur Kenntnis, dass die Stadt darauf achten werde, dass die Nutzung des Gebäudes im Rahmen der Genehmigung erfolgt.

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Der Oberbürgermeister hofft, dass sich Nachbarn und die Mitglieder der muslimischen Glaubensgemeinschaft mit Toleranz und Akzeptanz begegnen. Die Ahmadiyya-Gemeinde ist vom Land Hessen als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt und somit den Kirchen gleichgestellt. In Hanau sind dies zum Beispiel die Evangelische und Katholische Kirche sowie die Wallonisch-Niederländische Kirche. Die Gebetsstätte im Hafengebiet biete die Chance, dass sich Menschen unterschiedlicher Religionen und Herkunft im Dialog besser kennenlernen und Vorurteile abbauen. „Dieses Ziel verfolgt auch die Ahmadiyya-Gemeinde“, erklärte deren Bauleiter Saeed Gessler. „Wir möchten durch Begegnungen ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft schaffen und werden ein offenes Haus sein, in dem jeder Mensch unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit willkommen ist.“

did

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