Starthilfe für Schwälbchen

Elke Eger päppelt Vogelbabys auf

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Zwei junge Rauchschwalben werden derzeit von Elke Eger aufgezogen. In einem so genannten Flexarium machen sie erste Flugübungen.

Klein-Auheim - Tierfreundin Elke Eger vom gleichnamigen Reiterhof in Klein-Auheim zieht derzeit zwei junge Mehlschwalben auf, fünf Jungamseln kamen vor wenigen Tagen dazu – auch sie werden von ihr aufgepäppelt. Elke Eger macht das regelmäßig. Von Holger Hackendahl

Voriges Jahr kümmerte sie sich auf dem Reiterhof um junge Rauchschwalben und Mauersegler, die bei Temperaturen nahe der 40-Grad-Grenze aus dem Nest gesprungen waren. Wegen ihres Einsatzes und weil die Stallungen Rauchschwalben beste Brutmöglichkeiten bieten, wurde der Reiterhof nun vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) als „Schwalbenfreundliches Haus“ ausgezeichnet. „In unseren Pferdeställen haben wir 20 Nester mit brütenden Rauchschwalben“, freut sich Elke Eger. „Die meisten Schwalbenpaare brüten zweimal im Jahr, manche sogar dreimal.“ In diesem Frühjahr gibt es besonders viele Jungvögel - vier bis fünf sind es pro Nest, hat Eger festgestellt. Herausgestürzte Küken setzt sie wieder zurück ins Nest, damit sie von ihren Elternvögeln gefüttert werden. Die Vogeleltern hätten übrigens kein Problem damit, fremden Nachwuchs zu adoptieren“, so die Expertin.

Aktuell päppelt die 50-Jährige ein in Langenselbold gefundenes Mehlschwälbchen auf. Ein anderes wurde ihr aus Bad Homburg gebracht, wo es sich beim Sturz aus dem Nest beide Oberschenkel gebrochen hatte. Die Jungschwalbe wurde von einem Tierarzt erstversorgt, mittlerweile sind die Schienen an den Beinchen entfernt worden. „Beide Schwälbchen sind nun wieder gut in Schuss“, so Eger. In ihrem vorübergehenden Zuhause machen sie bereits erste Flugübungen. In einem so genannten Flexarium, einem Käfig mit Kunststoffnetzen, können sich die Jungvögel im Gegensatz zu Käfigmetallstäben nicht das Gefieder verletzten. Denn wenn die Federn brechen, würden die Schwalben den bis zu 5 000 Kilometer langen Flug ins Überwinterungsquartier in Ostafrika nicht schaffen, erklärt die Klein-Auheimerin.

Als sie im heißen Sommer 2015 drei Mauersegler aufzog, war das besonders schwierig, da diese „ihre Schnäbelchen nicht öffnen und öfters mal die gefütterten Insekten ausspucken“, blickt Eger zurück. Die jungen Schwalben indes sperren den Schnabel auf, wenn sie mit Heimchen gefüttert werden. Im Vorjahr päppelte Eger neben den drei Mauerseglern auch 15 junge Rauchschwalben, zwei Spatzen und einen Grünfink auf. Im Zweistunden-Takt fütterte sie die Jungtiere mit Heimchen-Grillen.

Rauch- und Mehlschwalben genießen nicht nur bei Elke Eger viel Sympathie. Sie gelten als Symbol des Sommers und Reisende zwischen den Kontinenten. Die Sommerboten werden indes in Deutschland immer seltener, da oftmals Nistgelegenheiten fehlen. „Je besser Jungvögel fliegen können, umso größer sind ihre Chancen, den Vogelzug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete zu überstehen und zu uns zurückzukehren “, erläutert ein NABU-Ornithologe.

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