Landrat kritisiert Behörden

Erneute Drohungen gegen Pipa

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Erich Pipa bei der Veranstaltung "Kinzigtal total" im vergangenen Jahr.

Gelnhausen - Der Fahrradsonntag „Kinzigtal Total“ an diesem Wochenende wird erneut von einer Morddrohung gegen Landrat Erich Pipa (SPD) überschattet: Nachdem er im vergangenen Jahr nur unter Polizeischutz an der Veranstaltung teilnehmen konnte, wird diesmal ein „finaler Schlag“ gegen ihn angekündigt. Von Andreas Ziegert 

Pipa selbst wird am Sonntag aus gesundheitlichen Gründen „Kinzigtal Total“ fernbleiben. Deutliche Kritik äußerte er allerdings an der Staatsanwaltschaft Hanau, die die Ermittlungen zu den bisherigen Schreiben vorläufig eingestellt hat. Zudem erhöhte er die von ihm ausgesetzte Belohnung für die Ergreifung der Täter auf 11.000 Euro.

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In dem neuerlichen Drohbrief wird Pipa abermals als „Kanakenlandrat“ bezeichnet. Darüber hinaus wird zum wiederholten Mal die Formulierung „Deutschland erwache!“ verwendet. Statt des bisherigen Schriftbildes sei diesmal eine Buchstabenschablone eingesetzt worden, vermutet die Kreispressestelle. Auch über diesen Brief wurden die Ermittlungsbehörden informiert. Auf deren Antwort, dass „alle Möglichkeiten, den Täter zu ermitteln, ausgeschöpft“ und weitere Nachforschungen aussichtslos seien, reagierte Pipa mit Unverständnis. „Das gleicht einer Kapitulation des Staates vor diesem Schmierer“, sagte er und erwägt, gegen diese Einstellung des Verfahrens vorzugehen. Denn seiner Meinung nach sei die Angelegenheit absolut nicht ausermittelt und chancenlos. Offenbar fühle sich der Täter sicher und gehe davon aus, dass die Polizei nicht ernsthaft gegen ihn ermittele.

14 Drohbriefe sind seit Sommer 2015 bei Pipa eingegangen. Beschimpft wird er hauptsächlich wegen der Aufnahme von Flüchtlingen im Main-Kinzig-Kreis.

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