Heute beginnen die Feierlichkeiten

Erste Bilder vom Karussell-Inneren in Wilhelmsbad

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Viele Kameras waren dabei, als beim Besuch von Minister Boris Rhein (Mitte) das Innere des für 4,1 Millionen Euro restauirierten Wilhelmsbader Karussells gestern erstmals gezeigt wurde. 

Hanau - Der Countdown läuft. Nur noch wenige Stunden, dann wird sich nach Jahrzehnte langem Stillstand und sechsjähriger Restaurierungsarbeit das historische Karussell in Wilhelmsbad erstmals wieder drehen. Von Christian Spindler 

Beim gestrigen Medientermin und Ministerbesuch war die große Vorfreude angesichts des regnerischen Wetters etwas getrübt. Heute beginnt das dreitägige Karussellfest. Stefan Bahn, der Vorsitzende des 250 Mitglieder zählenden Fördervereins, dem es maßgeblich zu verdanken ist, dass sich das 236 Jahre alte, einst im Auftrag des späteren Kurfürsten Wilhelm I. von Franz Ludwig Cancrin erbaute Karussell im Staatspark nun wieder dreht, wirkte denn bei aller Euphorie fast etwas bedrückt angesichts des Regenwetters. „Jetzt haben wir so lange das Fest geplant. Das tut mir für alle Beteiligten etwas leid...“ Zugleich zeigte er sich zuversichtlich: „Morgen regnet es nicht.“ Und ganz so schlecht sind die Aussichten für die kommenden Tage ja nicht.

Und beim Blick auf das in Sachen Karussell Geleistete herrscht ohnehin eitel Sonnenschein. „Es ist sensationell, was ich hier sehe“, sagte Hessens Kunst- und Kulturminister Boris Rhein gestern beim Besuch vor Ort. Kurz zuvor waren die Vorhänge entfernt worden, das Karussell-Innere wurde beim Medientermin erstmals in voller Pracht gezeigt: Die schmucken Pferde und Kutschen auf der hölzernen Plattform, die weißen Säulen, die kleinen restaurierten Flächen, die eine Anmutung einstiger Farbgebung liefern, und über allem liegt der Geruch frischen Holzes - Eindrücke von einem historischen Kleinod in neuem Glanz, mit dem viele Hanauer Erinnerungen verbinden. Und Bilder, die die Pressefotografen und TV-Teams bereits gestern zuhauf festhielten.

Dankbarkeit, die Würdigung für das enorme Engagement des Fördervereins, der sich 18 Jahre lang unermüdlich für die Restaurierung des Karussells eingesetzt hat, und Lob für das enorme Bürgerengagement waren denn auch der Tenor der gestrigen kurzen Ansprachen von Staatsminister Rhein, OB Claus Kaminsky und dem Fördervereinsvorsitzenden Bahn. Der Förderverein, der etwas geschafft hat, was mancher anfangs nicht für möglich gehalten habe, sei „die schönste Bürgerinitiative weit und breit“, sagte Kaminsky. Mit der Restaurierung sei „ein Traum wahr geworden“. Der Traum vom sich wieder drehenden Wilhelmsbader Karussell.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Das 1780 erbaute und weltweit älteste erhaltene feste Karussell war zuletzt 1976 in Bewegung als Filmbühne für den Fernsehfilm „Ein Winter, der ein Sommer war“. Für die Drehzeit hatte der Hessische Rundfunk die Pferde wieder eingebaut. Mit besonderer Technik und Tricks wurde das Karussell kurzzeitig in Bewegung gesetzt. 40 Jahre später und nach Sanierungskosten von 4,1 Millionen Euro - Förderverein und Stadt sowie die Stiftung Denkmalschutz steuerten 1,1 Millionen zu den Landesmitteln bei - soll sich das Karussell fortan zu mehreren Terminen im Jahr regelmäßig drehen. Zunächst aber beim dreitägigen Fest mit viel Musik, Kunsthandwerker- und Essensständen, Führungen, aber auch etlichen Mitmachaktionen.

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