Ludwig-Geißler-Schule kooperiert mit Unternehmen

Firmen sind mit im Boot

Hanau - „Prüfung“ - zahlreiche Schilder an den Eingangstüren der Ludwig-Geißler-Schule künden davon, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt. Von Laura Hombach

Bis gestern stellten hier 103 Studierende der Fachschule für Technik, die in die Fachbereiche Metall- und Elektrotechnik aufgegliedert ist, ihre Projektarbeiten vor. Die Präsentationen sind Teil der Abschlussprüfungen. Nach bestandener Prüfung verlassen die Absolventen die Geißler-Schule als Staatlich geprüfte Techniker. Ein zweijähriger Besuch der Fachschule liegt dann hinter ihnen, vier Jahre, wenn sie die Ausbildung über die Abendschule absolviert haben. Das besondere an den Projekten ist dabei, dass sie in enger Kooperation mit Firmen entstanden sind und anschließend auch in den Unternehmen umgesetzt werden sollen. Auch zahlreiche Hanauer Unternehmen wie etwa ABB, VAC, Dunlop Tech und Heraeus haben dabei mit den Studenten kooperiert. Aber auch Firmen aus Frankfurt, Darmstadt und dem Umkreis setzen auf diese Form der Zusammenarbeit.

„Die Studenten erhalten von den Firmen eine genaue Darstellung der Probleme, die gelöst werden müssen“, erklärt der Projektbetreuer der Metalltechniker Alexandros Athanasiou. Ein halbes Jahr lang haben die Studenten, die sich für die Projekte zu zweit oder dritt zusammentun, Zeit, die Wünsche der Firmen umzusetzen. Das geschieht unter regelmäßiger Rücksprache mit den Unternehmen. Aufgabe der Studenten Andreas Hirsch und Sebastian Kunkel war es, für die Firma PSTproducts aus Alzenau, die auf Maschinensysteme mit Elektromagnetischer Puls Technologie (EMPT) spezialisiert ist, ein neues Steuerungskonzept für einen EMPT-Generator und ein Prüfmittel für die Steuerung zu erarbeiten. Für den Laien ist das, was die beiden Studenten in ihrer 15-minütigen Präsentation vorstellen, nur schwer verständlich.

Die Bewertung des eben Gehörten ist indes aber ohnehin Sache der Prüfungskommission. „Bewertet wird neben der Präsentation vor allem auch das halbe Jahr Projektzeit“, erläutert Klaus Ullrich, Koordinator der Fachschule für Technik. Die Schule hält während dieser Zeit mehrfach Rücksprache mit den Firmen und fragt nach deren Zufriedenheit. „Ganz wichtig ist dabei die Kommunikationskompetenz der Studenten“, erläutert Ullrich. Sie mache heute bis zu 50 Prozent der Qualifikation einer Fachkraft aus. Bei der Präsentation sind häufig auch Vertreter der kooperierenden Firmen anwesend. So auch jetzt. André Krumpe von PSTproducts ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Er kann sich weitere Kooperationen mit der Geißler-Schule gut vorstellen.

Unter den insgesamt 40 Präsentationen ist auch eine, über die sich die Lehrkräfte an der Fachschule besonders freuen. Nachdem Studenten bereits in Kooperation mit der Firma Lubcon einen Benziner zu einem Elektrofahrzeug umgebaut hatten, ist nun eine Ladestation entstanden. An einer Außenwand der Schule installiert, ist sie ein Projektergebnis, das der Geißler-Schule selbst dauerhaft zugute kommt. Indes denken die Verantwortlichen der Fachschule über weitere Kooperationen nach. Diesmal mit Fachhochschulen. Vertreter der FHs Darmstadt  und Aschaffenburg waren deshalb bei den Prüfungen ebenfalls unter den Zuhörern. „Wir streben an, dass unsere Studenten dort unter Anerkennung vieler hier gebrachter Leistungen ein Studium anschließen können. Und dass umgekehrt Studienabbrecher der Fachhochschulen ihre Ausbildung bei uns fortsetzen können“, erläutert Ullrich die Zukunftsperspektiven.

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