Flüchtlingsroman „Ohrfeige“

„Das Vorlesen war auch Statement“

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Freut sich über die vielen Diskussionen, die „Ohrfeige“ auslöste: Bibliotheksleiterin Beate Schwartz-Simon.

Hanau - Mit einer kleinen Feier als Dank an Vorleserinnen, Vorleser und Unterstützer der Aktion ging am Samstag im Lesecafé des Kulturforums die Veranstaltung „Hanau liest ein Buch“ zu Ende.

Der Roman „Ohrfeige“ von Abbas Khedir sorgte eine Woche lang bei den Lesungen im öffentlichen Raum erwartungsgemäß für lebhafte Diskussionen. „Wir waren noch nie mit einem Buch so nahe an der aktuellen politischen Situation wie in diesem Jahr,“ sagte Bibliotheksleiterin Beate Schwartz-Simon. „Deshalb sind wir auch sehr zufrieden damit, genau dieses Buch gewählt haben. Das war genau richtig.“ Denn bei der Entscheidung waren sich die Mitglieder der Jury sehr wohl bewusst, dass die Geschichte des irakischen Flüchtlings Karim Mensy, der in Deutschland strandet und abgeschoben werden soll, durchaus auch Zündstoff für sehr kontroverse Diskussionen barg. Schwartz-Simon dankte den Leserinnen und Lesern, die an rund 50 verschiedenen Orten in der Stadt vorgelesen, auf das Lesen als solches und auf das Buch im besonderen aufmerksam gemacht haben. Für die Bibliotheksleiterin stand fest: „Diesmal war das Vorlesen mehr als nur lesen. Es war ein Statement. Das wirkt.“

„Hanau liest ein Buch“ ist laut der Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, „ein ganz besonderes Projekt.“ Es fördere die Lesekultur, indem es Lesen im öffentlichen Raum sichtbar mache, und bringe viele Menschen zusammen. Funck dankte der Hanauer Beteiligungs Holding, der Sparkasse Hanau, und dem Congress Park für die Unterstützung. Die Institutionen haben es mit ihren finanziellen Zuwendungen möglich gemacht, dass alle Vorleser ein Exemplar des Romans bekommen konnten. „Hanau liest ein Buch“ hat bereits zum sechsten mal stattgefunden. In zwei Jahren wird die Jury wieder die spannende Aufgabe haben, ein neues Buch für die nächste Auflage des Lesefestes in Hanau auszuwählen. dk

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