Bisher zwei Millionen Besucher

Forum Hanau zieht Bilanz der ersten 100 Verkaufstage

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„Ein Pilotprojekt für die Branche“ sei das Forum Hanau, meinen die Betreiber des Einkaufszentrums auf dem Freiheitsplatz.

Hanau - Zwei Millionen Besucher und damit mehr als gedacht sowie Umsätze pro Kunde auf einem erwartetem Niveau. So lautet die Bilanz, die das Centermanagement des Forum Hanau 100 Verkaufstage nach der Eröffnung zieht. Von Christian Spindler 

Wie der Innenstadt-Umbau und das Einkaufszentrum angenommen würden, grenze gar an „ein kleines Wunder“, meint OB Claus Kaminsky. Bei einer Pressekonferenz gab es denn gestern auch durchweg strahlende Gesichter. „Wir hatten 100 tolle Verkaufstage“, bilanziert Centermanagerin Diana Schreiber. An Samstagen finden jeweils rund 30.000 Besucher den Weg ins Forum, an Werktagen sind es laut Centermanagement durchschnittlich immerhin 20.000. Heiner Hutmacher, Chef der Centermanagement GmbH von Forum-Investor HBB geht davon aus, dass das auch langfristig zu halten ist: „Wir sind nach der Eröffnungsphase schließlich längst in der Betriebsphase.“

Dass das Forum so gut angenommen wird, liege vor allem am Konzept des innerstädtischen extrovertierten Einkaufszentrums mit vielen auch von außen zugänglichen Läden, meint Centermanagerin Schreiber, während in anderen, geschlossenen Centern die Geschäfte nur von innen zugänglich sind. Das Forum werde somit „als gewachsenes Einkaufsquartier wahrgenommen.“

Die anfängliche Skepsis viele Hanauer gegenüber der Freiheitsplatz-Bebauung sei längst gewichen, hat Rathauschef Kaminsky festgestellt. „Die Anzahl der Kritiker geht mittlerweile gegen null.“

Im Forum Hanau sei auch das Weihnachtsgeschäft „ganz hervorragend gelaufen“, berichtet Schreiber für die 90 Geschäfte, Lokale und Shops. Während auch andere Einzelhändler in der City im Sog des Forums von einem guten Weihnachtsgeschäft sprachen, haben sich die deutlich höheren Besucherzahlen in der Innenstadt bei etlichen Läden indes offenbar nicht in der Bilanz niedergeschlagen (wir berichteten). Es liege auch an den Händlern selbst, etwas daraus zu machen, so OB Kaminsky. Manche müssten ihre Marketingstrategien überprüfen. Die Chancen für Handel und Gastronomie in der Brüder-Grimm-Stadt, findet Stadtentwickler Martin Bieberle, seien jedenfalls „deutlich besser als 2006“, vor dem Start den Innenstadt-Umbaus.

Beeindruckende Steigerungsraten lieferte dieser Tage bereits die neue Stadtbibliothek. Für das Kulturforum hat die Stadt das zweite Obergeschoss des Forums für jährlich 1,5 Millionen Euro angemietet. Die aktuellen Zahlen: Täglich 800 Besucher in der Bibliothek und damit doppelt so viele wie am alten Standort am Schlossplatz. Während dort im gesamten Jahr 2014 etwa 7000 Leseausweise ausgestellt wurden, sind es in der neuen Bibliothek allein seit September 12.000.

Bilder zur Eröffnung des „Forum Hanau“

Dass in der Innenstadt seit der Forum-Eröffnung deutlich mehr los ist, belegen auch die Einstellzahlen der wichtigsten innerstädtischen Parkhäuser, die im Jahresvergleich von September bis Dezember von 270.000 auf 400.000 gestiegen sind. Wie gemeldet, liegt die Auslastung der Forum-Tiefgarage mit ihren 500 Stellplätzen jedoch hinter den Erwartungen. Die Tiefgarage sei offenbar noch zu wenig bekannt, meinen die Centermanagerin und auch OB Kaminsky: „Es muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass es die gibt.“

Die Tiefgarage wird von der städtischen Parkhaus GmbH betrieben, die dafür jährlich knapp 1,2 Millionen Euro Miete an HBB bezahlt. Der Hamburger Investor hat bekanntlich das gesamte Forum gebaut und wird laut Vertrag mindestens 15 Jahre lang das Center managen. Hingegen soll die Immobilie selbst nach Informationen unserer Zeitung in Kürze den Eigentümer wechseln - ein in der Investoren-Branche übliches Vorgehen.

Eröffnungswochenende im „Forum Hanau“: Bilder

Im Forum Hanau sind momentan rund 95 Prozent der 25.000 Quadratmeter Verkaufsfläche vermietet. Im Frühjahr sollen ein Kosmetikstudio, ein Accessoire-Laden und ein Geschäft für Sneaker und Streetwear hinzukommen, kündigt Diana Schreiber an.

Der bisherige Erfolg des Einkaufszentrums habe für viel Aufmerksamkeit in der Branche gesorgt, die ihren Blick auf dieses Modell eines extrovertierten Centers richte, sagt HBB-Manager Hutmacher: „Wir sind ein Pilotprojekt.“ In den nächsten zehn Jahren werde es in anderen Städten ähnliche Konzepte geben, prognostiziert OB Kaminsky: „Wir sind dem Markt da ein Stück voraus.“

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