Weg frei für die Vereinsfusion

Vereinsfusion Steinheim
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Die notwendige Mehrheit der Germania-Mitglieder stimmte der Auflösung zu.

Steinheim - Einer Fusion der SG Germania und des SV Steinheim steht nichts mehr im Wege. Mit der notwendigen Vereinsauflösung der SG Germania wurde nun eine weitere Hürde genommen. Von Holger Hackendahl

Nach dem Zusammenschluss beider Traditionsvereine bei einer Versammlung der SV- und Germania-Mitglieder Anfang Juni wird es einen neuen Fußballverein im Stadtteil geben. Der dann mitgliederstärkste Verein Steinheims wird den Namen SV 1910 Germania Steinheim e. V. bekommen.

Christoph Hieb ist der letzte Vorsitzende der Germania.

Bei einer namentlichen Abstimmung im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Anschluss an die letzte Jahreshauptversammlung in der Germania-Vereingeschichte votierten am späten Freitagabend 63 Mitglieder (86,3 Prozent) – notwendig war eine dreiviertel Mehrheit - für die Auflösung des 182 Mitglieder zählenden Fußballvereins. „Bei zwei Enthaltungen und acht Nein-Stimmen“, verkündete der Germania-Vorsitzende Christoph Hieb um 22.08 Uhr den Mitgliedern im proppenvollen Vereinsheim am Hellenhang die Vereinsauflösung. Dabei hatten viele Germania-Mitglieder diesem Schritt erkennbar schweren Herzens oder mit einer Portion Galgenhumor zugestimmt. Aber auch der Germania-Ehrenvorsitzende Wolfgang Rubin, einer der Wiederaufbauer des Vereins zu Beginn der 70er Jahre, votierte für die Vereinsauflösung. Es sei ihm nicht leicht gefallen, aber für die Zukunft des neuen Vereins habe er es schwer Herzens tun müssen, erklärte der verdiente „Ehren-Germane“.

Vereinsfusion hat viele Vorteile

Nach dem Beschluss zur Vereinsauflösung wurden von den Mitgliedern mit Roman Busch und Paul Schneeberger sowie Christoph Hieb (Ersatz) zwei „Liquidatoren“ mit der Restabwicklung beauftragt.

Im Rahmen der letzten Jahreshauptversammlung hatte Norbert Mohn für den Germania-Vorstand nochmals die Vor- und Nachteile einer Vereinsfusion dargelegt. „Unser Verein stößt an Grenzen, die Dienste bei Festen zu besetzten gestaltet sich zunehmend schwieriger“, erläuterte Mohn, dass man mit dem Zusammenschluss den neuen Verein dauerhaft am Leben erhält.

Vorteile seien eine personelle Verstärkung des Vorstands, eine bessere Aktivenbetreuung, eine moderne Satzung, weniger Gerangel um den Steinheimer Fußballnachwuchs, die Bündelung der öffentlichen Zuschüsse.

In Zukunft wolle man im neuen Verein verstärkt auf die eigene Jugend setzen. Mit dem großen Ziel, dass in einigen Jahren bis zu 80 Prozent der Spieler in der ersten Mannschaft aus Steinheim kommen.

Auch viele Zweifler überzeugt

Der Hauptspielbetrieb solle auf dem Sportplatz am Hellenhang stattfinden. Der neue besteht aus neun Personen, vier von Seiten der Germania und fünf Vorstandsmitglieder von Seiten des SV. Einen mehr habe der SV wegen seiner Tennisabteilung. Mohn sagte zu, dass die Mitgliedsjahre und Ehrungen in den neuen Verein übernommen werden.

Obschon auch Mohn einräumte, dass es „im Herzen weh tut“, den eigenen Verein aufzulösen, zeigte er sich zuversichtlich, dass dies der richtige Schritt sei und dass der neue Verein zusammenwachse werde und bessere Zukunftschancen biete. Auch der letzte Germania-Vorsitzende Christoph Hieb unterstrich, dass es nur mit dem SV eine Zukunft gebe.

Mohn und Hiebs Argumente überzeugten offensichtlich auch einige Zweifler von der Notwendigkeit einer Fusion. Denn nach kurzer Diskussion votierten die Germania-Mitglieder mit übergroßer Mehrheit für die Vereinsauflösung. Im rahmen einer Satzungsänderung wurde auch beschlossen, dass das Germania-Vermögen an den Rechtsnachfolger, den neuen Verein SV 1910 Germania, gehen soll.

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