Anteil der Erdbestattungen nur noch bei 28 Prozent

Auf Friedhöfen setzt sich Trend zur Urne fort

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Auch auf dem Steinheimer Südfriedhof wurde jetzt eine Urnenwand eingerichtet. Sie befindet sich nahe der Trauerhalle.

Hanau - Nach dem Hauptfriedhof und dem Friedhof in Klein-Auheim sind nun auch auf dem Großauheimer Waldfriedhof und dem Friedhof Steinheim-Süd Bestattungen in einer Urnenwand (Kolumbarium) möglich.

„Wir möchten damit dem zunehmenden Trend zu dieser Grabart Rechnung tragen“, begründet Markus Henrich als Leiter des städtischen Eigenbetriebs Hanau Infrastruktur Service (HIS) die Investition von jeweils 60.000 Euro. Die Ortsvorsteher von Großauheim und Steinheim, Reiner Dunkel und Klaus Romeis, begrüßten bei Ortsterminen diese weitere Begräbnisvariante. „Die Vielfalt an Bestattungsformen ist in Hanau so groß wie in kaum einen anderen Stadt“, hob Henrich hervor. Dabei orientiere sich HIS auch daran, was Angehörigen an Geld ausgeben könnten oder wollten. Hanau bietet auf seinen acht Friedhöfen Reihen- und Wahlgrabstätten mit Sarg oder Urne, Erdgräber für verstorbene Kinder, Baumgräber, Rasengrabstätten für Urnen, Wahl- oder Komplettgräber für Urnen und Kolumbarien.

Im Jahr 2015 setzte sich in Hanau der Trend zu Urnengräbern weiter fort: Von 850 Bestattungen waren 611 Feuer- und 239 Erdbestattungen; das Verhältnis betrug also 72 zu 28 Prozent. „Daher ist es stimmig, dass HIS zwei weitere Urnenwände anbietet“, so Henrich. Die erste entsprechende Beisetzung auf dem Großauheimer Waldfriedhof ist bereits für den 30. Juni terminiert. Während das 2015 eingeweihte Kolumbarium auf dem Hauptfriedhof vier Reihen mit Urnenkammern übereinander hat, sind es bei den beiden neuen jeweils drei. In drei geschwungenen Seitenflügeln befinden sich jeweils 18 Urnenstelen. In einer Kammer können je zwei so genannte „Überurnen“ beigesetzt werden.

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Die Verschlussplatten der Kammern sind aus Sandstein und wie Holz gemasert. Die Kammern bestehen aus Beton mit einem Natursteinvorsatz. Die Oberfläche ist so beschichtet, dass kein oder sehr wenig Wasser eindringen kann. Um die Kolumbarien herum befindet sich eine Blumenbank, auf der Angehörige der Verstorbenen Grabschmuck ablegen können. Die Urnenwände sind durch wassergebundene Wegedecken aus hellen Natursteinchen eingefasst. Bei Bedarf können beide Kolumbarien im gleichen System erweitert werden, der Platz dafür ist vorhanden. In Steinheim-Süd befindet sich die Urnenwand in der Nähe der Trauerhalle, in Großauheim nahe dem Friedhofseingang an der Vosswaldestraße.

Das Nutzungsrecht für eine Urnennische über 20 Jahre zu erwerben, kostet 2480 Euro. Hinzu kommen 145 Euro, die HIS für die Beisetzung im Kolumbarium berechnet.

did

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