Günstige Wohnungen für Heimwerker

Kneipe im Hafentor-Wohnblock eröffnet

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Der Komplex rund um den Hafenplatz.

Hanau - Um eine Attraktion reicher ist der Hafentor-Wohnblock an der Westerburgstraße. Nachdem der lange unansehnliche, denkmalgeschützte Komplex teilweise saniert worden ist, wurde nun die frühere Kneipe als Treffpunkt wiederbelebt.

„Wir lieben nicht Zank und Streit. Wir lieben nur Gemütlichkeit.“ So heißt es auf einem kleinen Schild hinter der Theke. Es klingt wie das Motto der neuen Kneipe in der Hafentor-Liegenschaft der städtischen Baugesellschaft, die jetzt in Betrieb gegangen ist. Mehr noch fallen an den Wänden skurrile Werke des Hanauer Comic-Zeichners Rautie ins Auge. „Hier trifft Kunst auf Gemütlichkeit, hier begegnen sich Künstler und Anwohner oder solche, die neugierig auf das neue Projekt sind“, heißt es.

Die Baugesellschaft und die Interessengemeinschaft (IG) Hafentor haben diesen außergewöhnlichen Treff auf die Beine gestellt. Gregor Wilkenloh von der IG betreibt die Hafenkneipe. Er lebt seit einigen Wochen im Hafentor, das seit geraumer Zeit belebt wird mit einem neuen Konzept für preisgünstigen Wohnraum. „Mit dem Einzug der Künstler kommt frischer Wind in den Hafen“, meinte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Eröffnungsfeier. Der Ruf nach preisgünstigem Wohnraum werde immer lauter, sagte der Rathauschef. Dem folge die Baugesellschaft mit dem Hafentor-Projekt. Denn in den Wohnhäusern an der Westerburgstraße ist der Quadratmeter schon für 3,50 Euro zu haben, wenn die künftigen Mieter in den Wohnungen nach eigenem Gusto als Handwerker selbst mit anpacken.

Dass das Projekt zieht, ist daran abzulesen, dass das Gros der 32 vorher lange leer stehenden Wohnungen im Hafentor bereits vergeben ist. Die Baugesellschaft hat außer Entkernung und Rohbau innen auch die Hauseingänge von der lauten Westerburgstraße auf die ruhige Gebäude-Rückseite verlegt, Balkone erneuert und Fassaden gestrichen.1,6 Millionen Euro hat sie dafür schon ausgegeben. In einem zweiten Bauabschnitt soll die Außensanierung des eigentlichen Hafentors erfolgen. Die sechs alten Hauseingänge sollen künstlerisch gestaltet werden. Auch das werde zur Aufwertung des Wohngebäudes beitragen, ist Kaminsky sicher. „Hanau wächst und gedeiht und lebt von seiner Vielfalt. Der Hafen ist ein Teil davon und trägt zur Identifikation mit Hanau bei.“

"Schön, im Keller zu stehen"

Baugesellschaft-Geschäftsführer Jens Gottwald freute sich bei der Kneipeneröffnung darüber, dass die Wiederbelebung des Hafentors und der Westerburgstraße begonnen habe. „Das Konzept, an dem lange gearbeitet wurde, trägt erste Früchte.“ Mike Raven von der IG Hafentor wünschte sich, dass die Kneipe zu einem „kulturellen Mittelpunkt“ der Brüder-Grimm-Stadt wird. Die Hafentor-Kneipe ist ab sofort unter der Woche und am Wochenende von 17 bis 1 Uhr geöffnet. Veranstaltungsinfos auf Facebook unter „Hafenkneipe Hanau“.(cs)

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