Auf dem Weg zur Fusion

Kliniken Hanau und Aschaffenburg verhandeln

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In zwei bis drei Jahren wollen das Klinikum Hanau (Bild) und das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau ihren Verbund unter Dach und Fach haben. Noch dieses Jahr soll es Konkretes dazu geben.

Hanau - Die angestrebte Fusion des Klinikums Hanau mit dem Klinikum Aschaffenburg-Alzenau soll weiter Fahrt aufnehmen. Fachleute verhandeln in mehreren Arbeitskreisen. Bis Jahresende sind zudem Spitzengespräche anberaumt. Von Christian Spindler 

Zuletzt sorgten durchgesickerte Zahlen zu Quartals-Defiziten am Klinikum Hanau für Schlagzeilen. Die Vorbereitungen und Verhandlungen für eine enge Kooperation zwischen dem Klinikum Hanau und den Krankenhäusern in Stadt und Kreis Aschaffenburg liefen wie geplant, erklärte Oberbürgermeister und Klinikdezernent Claus Kaminsky in der Stadtverordnetenversammlung. Experten seien dabei, das medizinische Konzept für einen Klinikverbund zu schärfen, zudem wird „über die mögliche gesellschaftsrechtliche Konstruktion“ des angestrebten Zusammenschlusses verhandelt. Die Fusion der Häuser ist in den nächsten zwei bis drei Jahren angestrebt. Das Bundeskartellamt hatte im Februar die Kooperation genehmigt.

In den nächsten Wochen bis zum Jahresende sind unter anderem Abstimmungsgespräche der Klinikum-Geschäftsführer Volkmar Bölke (Hanau) und Katrin Reiser (Aschaffenburg) anberaumt. Zudem wollen sich die beiden Oberbürgermeister und der Landrat des Kreises Aschaffenburg in der zweiten Dezember-Hälfte zu einem Spitzengespräch treffen. Danach werde man „ausführlich vorstellen, was erarbeitet wurde“, so Kaminsky. Im Sommer 2013 waren die Kooperationsgespräche beider Häuser mit der Verabschiedung einer Absichtsererklärung („Letter of Intent“) eingeleitet worden. Das Klinikum Hanau und das Klinikum Aschaffenburg-Alzenau verfügen über 725 bzw. 745 Betten. Am Klinikum Hanau sind 1800 Mitarbeiter beschäftigt, in Aschaffenburg-Alzenau 2 100.

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Zuletzt waren in Hanau Zahlen über das Defizit des Klinikums aus dem ersten Quartal durchgesickert. Von einem 3,5-Millionen-Euro-Minus war die Rede. Die Zahl wurde von Kaminsky im Stadtparlament bestätigt. Zugleich kritisierte er, dass Zahlen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb öffentlich geworden sind. Zum einen seien sie nur eine Momentaufnahme, zum anderen könnte sich das Bekanntwerden angesichts des Wettbewerbs im Krankenhauswesen „schnell kontraproduktiv auswirken“. Laut Kaminsky soll sich das Defizit schon ab dem zweiten Quartal „im bescheidenen siebenstelligen Bereich“ verringern, also um einen Millionenbetrag. Dass es im Geschäftsjahr zu solchen Schwankungen komme, sei nicht außergewöhnlich. In diesem Fall sei das durch Budgetverhandlungen mit den Krankenkassen verursacht.

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