Gaming in der Stadtbibliothek

Fußball-Feeling ganz virtuell

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Mit geübten Finger steuern die jungen Spieler mit Controllern die Kicker auf der großen Leinwand. Rund 20 Jungs kamen zum dem Play-Station-Wettbewerb in die Stadtbibliothek.

Hanau - Passend zur Fußball-EM wurde auch in der Stadtbibliothek gekickt, allerdings virtuell. Das Kulturforum auf dem Freiheitsplatz hatte am Samstag zum Gaming eingeladen. Von Dieter Kögel 

Im Abspielgerät die neueste Version von „FIFA 16,“ übertragen auf eine Großleinwand, gesteuert von insgesamt 20 Jungs, die zu dem Turnier antraten. Vier Controller standen zur Verfügung, Mannschaftsbildung war zunächst gefragt, aber das war kein Problem. Die Zweiergruppen, die die Fußballhelden mit flinken Fingern über den Controller steuerten, sie waren schnell zusammen, dirigierten ihre jeweilige Mannschaft auf der Leinwand und ließen die Stürmer mit geübten Fingerbewegungen aufs Tor zustürmen oder versperrten den Stürmern mit ebensolchen Fingerbewegungen am Stick kurzerhand den Weg.

„Ja“, sagt einer der Jungs vor der Leinwand, „ich habe auch schon ,FIFA 16‘ zu Hause und spiele häufig.“ Aber die Antwort auf die Frage, wie oft denn, die lächelt er fast verschämt weg. Und dann greift er zusammen mit seinem Freund zum Controller. Die Mannschaft, die er gewählt hat, ist Juventus Turin. Die muss antreteten gegen den FC Barcelona, der von den beiden Gegner vor der Leinwand gesteuert wird. Und am Ende der Partie – diese dauern je nach Einstellung zwischen fünf und zehn Minuten – zeigt sich deutlich, dass der kleine Juventus-Fan wohl viel Zeit mit seiner Play-Station und seinen virtuellen Fußballidolen verbringt: 6:1 lautet der Endstand.

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Johannes Dittrich, in der Bibliothek zuständig für die digitalen Medien, kommt auch ins Staunen ob der Fertigkeit der jungen Besucher. Denn in der vergangenen Woche habe er das Spiel ausprobiert, um am Samstag „nicht ganz so dumm dazustehen.“ Nur eben im langsameren Modus. Was die kleinen Play-Station-Profis da vollführten, das war schon enorm. Auch wenn die Mannschaftsauswahl durchaus hätte vielfältiger sein können. Etwa der Europameisterschaft angepasst, wie Dittrich eigentlich im Vorfeld vermutet hatte.

Doch stattdessen ließen es die nächsten vier Jungs ganz anders angehen: Real Madrid gegen Real Madrid war eine der Paarungen. Und nach 20 Sekunden stand es bereits 1:0 - natürlich für Real Madrid. Play-Station-Spiele, so sagt Bibliotheksleiterin Beate Schwartz-Simon, sollen ab dem kommenden Jahr auch verstärkt angeschafft und in die Ausleihe aufgenommen werden. Den Etat dafür wolle man erhöhen und das Angebot gerade für junge Leute attraktiver gestalten. Immerhin kann die digitale Welt in der Bücherei auch eine Initialzündung bewirken, sich dann auch irgendwann und irgendwie für das geschriebene Wort zu begeistern.

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