Ort ganzheitlicher Bildung

Mitmach- und Probierangebote

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Eine afrikanische Trommelgruppe stimmte bei den Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen der Volkshochschule auf die Festreden ein.

Hanau - Mit einer Art Tag der offenen Tür hat die Hanauer Volkshochschule (VHS) am Samstag in ihren Räumen am Ulanenplatz ihren 70. Geburtstag gefeiert. Show und Informationen gab es im und um das VHS-Gebäude, viele Kursangebote konnten aus nächster Nähe begutachtet werden. Von Dieter Kögel

An Mitmach- und Probierangeboten aus den verschiedensten Fachbereichen mangelte es zwischen 14 und 20 Uhr nicht. Es waren vorwiegend Angebote aus dem Bereich Kreativität und Gesundheit, zu denen eingeladen wurde. Klang und Stille waren zu erleben, mit Yogatanz ins eigene Innere tanzen war möglich, Entspannung durch Bewegung versprach der Schnupperkurs in Qigong, das Antifaltentraining wies Wege zu schöner Haut. Nur einige der vielfältigen Angebote, die im neuen Semesterprogramm gemacht werden. Das Fest, es war ein buntes, ein unbeschwertes, ein Fest der Begegnungen auch. Und das „ist schön so“, urteilte Hanaus Schuldezernent Axel Weiss-Thiel im Rahmen seiner Grußworte in der Aula der benachbarten Tümpelgartenschule. Dort hatte die afrikanische Trommelgruppe lautstark auf die Festreden eingestimmt. Für Weiss-Thiel auch ein Zeichen dafür, dass in der VHS „die Vielfalt der Kulturen in der Stadt sichtbar ist.“

Die Volkshochschule sei im Verlauf ihrer 70-jährigen Geschichte neben ihrem Bildungsauftrag auch zum „sozialpolitischen Integrationsinstrument“ geworden. Dennoch lasse sich von der ursprünglichen Programmatik, die im Jahr 1946 bereits festgeschrieben worden sei, heute „noch viel wiederfinden“, sagte Dr. Christiane Ehses, stellvertretende Verbandsdirektorin des Hessischen Volkshochschulverbandes. Die Hanauer Volkshochschule habe viel dazu beigetragen, dass sich die Arbeit gemäß der einst postulierten Grundsätze den aktuellen Gegebenheiten angepasst und weiterentwickelt habe. Dass die „VHS dabei oft am Limit arbeitet“, das dürfe nicht verschwiegen werden.

Und die aktuelle Herausforderung ist laut der Leiterin der Hanauer Volkshochschule, Elke Hohmann, die Integration. Derzeit steht die „an erster Stelle des Rankings“. Und es gehe dabei nicht nur alleine um das Erlernen der Sprache, Auch Hilfe „zur Orientierung“ sei gefordert. „Die VHS Hanau ist ein Ort der Weiterentwicklung für alle Menschen.“ Und genau dazu gehören eben auch Angebote im Kreativ- und Kultur-, Wellness- und Gesundheitsbereich. Denn Bildung bedeute für die Volkshochschule „ganzheitliche Bildung“, spreche den Menschen „in seiner Gesamtheit an“.

Grillkurs in der Volkshochschule

Dank sprach Elke Hohmann dafür aus, dass seitens der Stadt dieses Konzept die nötige Unterstützung findet. So konnte die VHS „in all den Jahren sich und ihren Werten“ treu bleiben, auch wenn sich die Themen geändert haben. Im Jahr 1999 habe die Volkshochschule über vier EDV-Schulungsräume verfügt. Weil die technische Entwicklung diesen Bereich der Weiterbildung erfordert habe.

Heute werde er bereits in den Schulen abgedeckt, zwei EDV-Schulungsräume reichen im VHS-Gebäude heute für die Nachfrage aus. Dafür mangele es an Platz für die Deutschkurse. Wie sich die Anforderungen an die Erwachsenenbildung in den kommenden Jahren entwickeln werden, vermag auch die VHS-Leiterin nicht einzuschätzen. Doch ist man im Bereich der Hanauer Volkshochschule dazu bereit, sich kompetent und mit Sachverstand neuen Herausforderungen zu stellen.

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