Ganztagsangebot fürs Lamboy

Tümpelgartenschule: Kritik von der Linken

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Hanau - Die Hanauer SPD hat begrüßt, dass das Kultusministerium den Schulentwicklungsplan der Brüder-Grimm-Stadt genehmig hat.

Damit einher geht das absehbare Ende des Haupt- und Realschulzweigs der Tümpelgartenschule, die zu einem Bildungszentrums für Kinder von null bis zehn Jahren umgebaut werden soll. Die Linken indes zeigen sich enttäuscht von der Entscheidung aus Wiesbaden und halten sie für falsch. Wie berichtet, wird es ab dem Schuljahr 2017/18 keine Neuaufnahmen von Schülern mehr in den weiterführenden Zweigen der Tümpelgartenschule geben. Das geplante Bildungszentrum soll dann eine Kindertagesstätte und die erste öffentliche inklusive Grundschule in Hanau umfassen. „Der Stadtteil Lamboy/Tümpelgarten hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und neue Einwohner hinzugewonnen“, so SPD-Fraktionsvorsitzende Cornelia Gasche. Allerdings werde sie immer wieder von jungen Eltern auf das aktuell fehlende Ganztagsschulangebot im Stadtteil angesprochen. „Hier werden von der Stadt beim Ausbau des Bildungszentrums die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, damit sich Tümpelgartenschule zu einer Grundschule mit verlässlichem Angebot entwickeln kann.“

In der Genehmigung des Kultusministeriums seien auch die dem Schulentwicklungsplan zugrunde gelegten Schülerzahlen und deren weitere Entwicklung bestätigt worden, so Gasche. Diese waren in den vergangenen Jahren von denen, die das Auslaufen des Haupt- und Realschulzweigs kritisieren, in Zweifel gezogen worden. Zugestimmt hat das Ministerium der jahrgangsweisen Aufhebung der Sekundarstufe I an der Tümpelgartenschule ab dem Schuljahr 2017/2018. „Damit wird der allgemeinen Entwicklung Rechnung getragen, dass die Schülerzahlen insbesondere im Bereich der Hauptschulen rückläufig sind“, so die schulpolitische Sprecherin der SPD, Caroline Geier-Roth. Alle Kinder, die noch 2016 in der Haupt- und Realschule der Tümpelgartenschule aufgenommen werden, können dort aber noch ihren Schulabschluss machen.

Die beiden SPD Politikerinnen weisen darauf hin, dass im Stadtteil Lamboy/Tümpelgarten mit dem Schulzentrum Hessen-Homburg auch künftig eine Haupt- und Realschule vor Ort ist: „Kein Kind muss künftig den Stadtteil verlassen, um eine Haupt- oder Realschule zu besuchen.“ Der Schulentwicklungsplan sichere zudem die Existenz der verbleibenden Hanauer Haupt- und Realschulen, heißt es in der SPD-Erklärung. Barbara Cárdenas, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Linken, hält indes die Entscheidung des hessischen Kultusministeriums zur Tümpelgartenschule für falsch. „Diese Schule, die über Jahrzehnte eine pädagogisch äußerst erfolgreiche Arbeit abgeliefert hat, wäre auch in der Zukunft besonders für den Stadtteil Lamboy, aber auch für ganz Hanau wichtig gewesen.“ Man wisse zum Beispiel nicht, wie sich die Flüchtlingszahlen weiter entwickeln. Cárdenas: „Vielleicht schreien in zwei Jahren alle händeringend nach einer Neuauflage der Tümpelgartenschule.“

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Dass das Kultusministerium schlussendlich den Hanauer Schulentwicklungsplan mit Auflagen genehmigen würde, sei nicht verwunderlich gewesen, meint die Linken-Politikerin, „da in erster Linie nicht der pädagogische Inhalt zählt, sondern Zahlen, um Kosten zu sparen“. Besonders bitter sei es, dass das Kultusministerium nun zum zweiten Mal gegen die Schule entschieden habe, nachdem es der Tümpelgartenschule schon vor Jahren untersagt hatte, eine integrierte Gesamtschule zu werden. Die Hanauer Koalition aus SPD, Grünen und BfH sowie FDP, so Cárdenas, handele jedenfalls nicht im Sinne der zukünftigen Schülerinnen und Schüler. (cs)

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