Graue Kästen werden zu floralen Hinguckern

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Bunt statt grau: So wie dieser Stromkasten am Nachbarschaftshaus Lamboy-Tümpelgarten will die Gruppe „Hanau Radau“ rund 50 weitere Verteilerkästen verschönern.

Hanau (did) ‐ Strom- und Postkästen am Straßenrand sind meist keine Zierde im Stadtbild. Das soll sich in Hanau zumindest teilweise ändern. 50 dieser gemeinhin grauen Kästen sollen schon bald mit Blumenmotiven und floralen Formen ein schöneres Bild bieten.

Diese in Hanau neue Form von Straßenkunst bietet die Gruppe „Hanau Radau“, in der Brüder-Grimm-Stadt vor allem durch die Wandgestaltung zum stadtgeschichtlichen „Zeitstrahl“ am Nordbahnhof bekannt. Möglich macht das Ganze der Stadtgestaltungswettbewerb Entente Florale. „Blumen für Hanau“ heißt das hiesige Motto zur Teilnahme.

„Wenn die Entente Florale-Jury am 6. Juli Hanau bereist, soll sie den Eindruck gewinnen, dass wir kreativ die Wohn- und Lebensqualität zu steigern vermögen“, hofft Gründezernent Axel Weiss-Thiel. Dazu passe die Idee, auch auf Strom- und Postkästen „Blumen für Hanau“ zu sehen. Weiss-Thiel freut sich darüber, dass sich unter anderem Deutsche Post, Telekom, Unitymedia und Heraeus neben städtischen Einrichtungen wie den Stadtwerken, den Eigenbetrieben Hanau Grünflächen und Hanau Verkehr und Entsorgung sowie der Hanau Energiedienstleistungen- und management-Gesellschaft (HEMG) an der Finanzierung beteiligen. Insgesamt 50 Strom- und Postkästen unterschiedlicher Größe im gesamten Stadtgebiet gestaltet „Hanau Radau“ in Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Hanau Grünflächen zu Kunstwerken im Straßenraum. Ein Kasten schlägt dabei mit 370 Euro zu Buche.

Wenn die Entente Florale-Jury auf ihrer Bereisungsroute in Großauheim Station macht, bekommt sie nicht nur ein Exemplar von Hanaus floral bemalten Stromverteilern zu sehen. Vielmehr hat die Ausbildungswerkstatt der Firma Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH in Hanau in Zusammenarbeit mit dem Eigenbetrieb Hanau Grünflächen dort schmucke Informationstafeln aus Stahl und Messing gestaltet. Diese stellen einige Zitate jener Dichter vor, nach denen in diesem Viertel die Straßen benannt sind.

„Hanau Radau“ will bis zur Jury-Besichtigung auch an der Westbahnhof-Unterführung ähnlich wie 2007 am Nordbahnhof eine Wandfläche künstlerisch neu gestalten. Zu sehen sein soll eine Mainlandschaft, in der sich bei genauem Hinsehen zahlreiche Kesselstädter Motive sowie die eine oder andere Märchenfigur entdecken lassen. „Hanau Radau“ ist ein Zusammenschluss Hanauer Künstler und Gestalter. Die Gruppe arbeitet seit mehr als zehn Jahren auf vielfältige Weise daran, den öffentlichen Raum zu gestalten. Beispiele dafür sind das Klinikum und die Hafenunterführung.

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