CDU-Kandidat wirft das Handtuch

GroKo im Main-Kinzig-Kreis hat kaum noch Chancen

Hanau - Nachdem die Main-Kinzig-SPD die Gespräche und den Vollzug einer Großen Koalition mit der CDU im Kreistag ausgesetzt hat, hat nun der von der Unionsspitze für den Posten des Ersten Kreisbeigeordneten nominierte Ulf Homeyer das Handtuch geworfen. Er steht dafür nicht mehr zur Verfügung. Von Andreas Ziegert

„Ich hatte mich schon hundertprozentig auf den Main-Kinzig-Kreis eingestellt“, sagt Ulf Homeyer, doch nachdem die SPD die Koalitionsverhandlungen auf Eis gelegt hat, hat auch der 34-jährige Frankfurter dieses für ihn kurze Kapitel nun abgeschlossen. Für die Position des hauptamtlichen Kreisbeigeordneten, für die er von der CDU ihm Rahmen einer Großen Koalition nominiert worden war, steht er nicht mehr zur Verfügung.

„Es ist sehr bedauerlich, dass die SPD die Entscheidung getroffen hat, die Koalitionsverhandlungen auszusetzen, wobei ich gar nicht so recht weiß, was das eigentlich bedeuten soll“, geht Homeyer davon aus, dass die geplante GroKo in der aktuellen Konstellation nicht mehr zustande kommt. Dabei schien der Weg für ihn in die Kreisverwaltung nach Gelnhausen bereits vorgezeichnet: Mitte Mai habe der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Reul ihn erstmals kontaktiert, Anfang Juni haber er sich dann entschieden, in den Main-Kinzig-Kreis zu wechseln, so Homeyer. „Das Bild, das eine Zerrissenheit der CDU Main-Kinzig zeigen soll, trifft mitnichten zu“, habe er einen ganz anderen Eindruck und verweist auf die Abstimmungsergebnisse. „Die 95 Prozent in der geheimen Wahl der Fraktion sind ja fast besser als 100 Prozent in einer offenen Abstimmung.“ Anschließend sei auch der Koalitionsvertrag mit einem eindeutigen Votum verabschiedet worden. „Ich weiß nicht, wo dieses Bild der Zerrissenheit herkommen soll.“ Homeyer nennt die „von Einzelnen vorgetragenen Äußerungen“ unglaublich.

Dass er sich vor seiner Nominierung nicht persönlich den Parteimitgliedern vorgestellt habe, sei dem zeitlichen Ablauf geschuldet gewesen. „Die SPD hatte den Wunsch geäußert, vor der Unterzeichnung des Koalitionsvertrages einen Namen zu erfahren. Dem hat die CDU Main-Kinzig Rechnung getragen. Homeyer wollte angeblich anschließend zu einer großen Sommertour durch die Städte und Gemeinde starten, um sich vorzustellen. Das wurde inzwischen abgeblasen. „Ich mache nun auch schon seit über zehn Jahren Politik, aber es ist schon ein höchst ungewöhnlicher Vorgang, sich in die Personalfragen eines Koalitionspartners einzumischen, zumal auch noch ein unterschriftsreifer Koalitionsvertrag vorgelegen hat. „Ich sage das ganz deutlich: Für mich sind das alles fadenscheinige Gründe.“ Er habe eine derartige Entwicklung vor einer Woche noch für undenkbar gehalten.

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Allerdings ist für den 34-Jährigen damit auch klar: „Vor diesem Hintergrund stehe ich nicht mehr als Kandidat zur Verfügung.“ Das Vertrauen seitens der CDU in die Sozialdemokraten im Main-Kinzig-Kreis sei nicht mehr gegeben. Deshalb gehe er auch davon aus, dass eine Große Koalition jetzt nicht mehr zur zustande kommt.

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