Mit Standort am Rochusplatz hoch zufrieden

Großauheimer Weltladen: Umzug hat sich gelohnt

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Agnes Placzek, Renate Voß und Verena Placzek (v. l.) gehören zu den mehr als 20 ehrenamtlichen Helfern, die den Weltladen Großauheim, einen der ältesten in Deutschland, betreiben.

Großauheim - Im vergangenen Januar ist der Großauheimer Weltladen umgezogen: vom wenig frequentierten Anfang der Hauptstraße in die neuen, größeren und helleren Räume direkt am Rochusplatz. Von Dieter Kögel 

Eine Ortsveränderung, die dem ehrenamtlich geführten Unternehmen im Dienste des fairen Handels „sehr gut getan hat“, wie Agnes Placzek sagt. Agnes Placek hat die Initiative vor fast vier Jahrzehnten mit Gleichgesinnten ins Leben gerufen. Christen aus der evangelischen und der katholischen Gemeinde hatten sich damals zusammengetan, um den Gedanken des fairen Handels voranzubringen. Eine ökumenische Initiative wie diese war zur damaligen Zeit längst noch keine Selbstverständlichkeit, erinnert sich Placzek.

Der Weltladen in Großauheim, damals noch Dritte Welt Laden, ist immerhin einer der ältesten in der Republik. Und seine Geschichte begann auch am Rochusplatz. Dort, wo jetzt ein Kiosk betrieben wird, boten die ehrenamtlichen Helfer - heute sind es mehr als 20 - regelmäßig fair gehandelten Kaffee und Tee an. Später kamen Gewürze hinzu, ergänzten Schokolade und Kakao das Angebot – vielfach noch handgemacht und einfachst verpackt in einer Weise, die heute keinen Kunden mehr zum Zugreifen locken würde. In den seitherigen vier Jahrzehnten, während der der Großauheimer Weltladen „einmal quer durch Auheim“ umgezogen sei, habe sich vieles verändert, sagt Agnes Placzek. Und das wird im neuen Laden am Rochusplatz augenfällig.

Ob Kaffee - mehr als 30 Sorten werden angeboten, darunter auch ein „Auheim-Kaffee“ - Schokolade, Gewürze, Tee, Reis, Hülsenfrüchte: die Verpackungen sind heute durchweg ansprechend gestaltet und können von der Optik her mit industriellen Produkten mithalten. Vom Inhalt her sowieso, denn der einkaufende Dachverband der Weltläden achtet neben dem fairen Handel auch auf höchste Qualität der Produkte, die in die Regale der Weltläden gelangen. Der „Faire Handel“ garantiert dem Verbraucher, dass die Produzenten einen angemessenen Preis für ihre Produkte erzielen und von ihrer Arbeit leben können; oder dass über neue Projekte zunächst einmal die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass Arbeitsmöglichkeiten überhaupt erst einmal entstehen können. Nicht nur bei der Nahrungsmittelproduktion. Längst sind es auch hochwertige Recyclingprodukte, die Eingang in das Sortiment der Weltläden in Gelnhausen, Hailer, Großauheim und Hanau gefunden haben.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

In Großauheim sind beispielsweise die Canvas-Taschen sehr gefragt, auch der Schmuck aus recyceltem Glas kommt gut an, Geschirr und Besteck aus Bambusfasern sind regelrechte Innovationen, auf die der Blick im neuen Großauheimer Weltladen jetzt stärker fällt als vorher. Denn am neuen Standort gibt es mehr Laufkundschaft, die den treuen Kundenstamm des Weltladens ergänzt. Es ist eben „ein Topstandort“, freut sich Agnes Placzek.

Und beim „Sommernachtsshopping“ am 2. September wird sich der neue Topstandort auch noch einmal besonders in Szene setzen. Longdrinks und Cocktails werden an diesem Abend gereicht. Im Sortiment gibt es alles, was dazu nötig ist: Rum, Wein, Sekt, Säfte und verschiedene Sirupsorten, aus denen exotische Köstlichkeiten gezaubert werden können. Als Barkeeper werden sich die jüngeren Freunde des Großauheimer Weltladens an diesen Tag betätigen.

Ansonsten ist der Großauheimer Weltladen, Am Rochsuplatz 1, montags bis freitags jeweils von 9.30 bis 12.30 Uhr und von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet, samstags ist stets von 9.30 bis 14 Uhr offen.

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