Eröffnung naht nach sechs Jahren Bauzeit

Arbeiten am Karussell auf der Zielgeraden

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Letzte Möglichkeit zur Besichtigung vor der offiziellen Eröffnung: Beim Ortstermin informieren Förderverein und Schlösserverwaltung über den Stand der Bauarbeiten am historischen Karussell in Wilhelmsbad.  

Hanau - Das Wilhelmsbader Karussell wird sich nach sechsjähriger Bau- und Sanierungsphase zum Wiedereröffnungstag am 22. Juli drehen. Von Dieter Kögel 

Das versicherte der Direktor der hessischen Schlösser- und Gärtenverwaltung, Karl Weber, bei einem Besuch des Hessischen Ministers für Kunst und Kultur, Boris Rhein, auf der Baustelle. Es ist die letzte Möglichkeit, einen Blick auf die Bauarbeiten zu werfen. Denn dann bleiben die Tore zum historischen Karussell und zur „Antriebseinheit“ im Erdgeschoss bis zum Eröffnungstag geschlossen. Minister Boris Rhein zeigte sich beeindruckt vom Stand der Sanierung, die jetzt in die Endphase geht. Und er lobte die Beharrlichkeit und das bürgerschaftliche Engagement des Fördervereins für das Karussell, der seit 1998 auf dieses Ziel zugearbeitet hat. Obwohl am Anfang mit Misstrauen beäugt, hat es der Verein unter Vorsitz von Stefan Bahn geschafft, viele Mitstreiter zu gewinnen – und vor allem: viel Geld zu sammeln. Rund 1,1 Millionen hat der Verein zu den Kosten von 4,1 Millionen beigesteuert. Darin enthalten sind auch die Gelder der Stadt. Denn die hat jeden vom Verein eingebrachten Euro verdoppelt.

Dass die Hauptlast letztlich bei der Schlösserverwaltung, also dem Land Hessen, hängenbleibt, das hat Karl Weber in den vergangenen Jahren mehrfach Bauchschmerzen bereitet. Doch aufgrund des breiten bürgerschaftlichen Engagements und des festen Willens aus Hanau, das Karussell tatsächlich in Funktion zu präsentieren, habe man sich die vom Förderverein gesteckten Ziele zu eigen gemacht. Ein „Karussell, das nicht fährt, ist nichts wert“, meinte denn auch der Fördervereinsvorsitzende Bahn. Mit dem Kompromiss, dass die Gäste künftig nur in den vier Kutschen mitfahren dürfen und das „Reiten“ auf den 16 Pferden untersagt blieben wird, könne man leben.

Beim Blick auf das noch eingehauste Karussell freilich drängen sich Zweifel auf, ob der Eröffnungstermin wirklich gehalten werden kann. Vor dem historischen Kleinod türmen sich Holzberge: die bereits abgetragene Einhausung des Dachs, das sich wieder in Schiefer zeigt. Dort, wo sich künftig Kutschen und Pferde drehen sollen, werden die Stufen aufgemauert. Die im Dach aufgehängten Säulen der sich drehenden Konstruktion sind ebenso wieder eingebracht wie die äußere starre Säulenreihe, die für die Statik des Baus sorgt. In den kommenden Tagen bekommen sie ihre Lasur.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Längst installiert sind die drei Elektromotoren im Ergeschoss des Karussellhügels, wo die Arbeiten an der Antriebseinheit so gut wie abgeschlossen sind. Sandfarben präsentieren sich die früheren Natursteinmauern, stabilisiert ist auch der Zugangstunnel zum Antriebsraum, der in der Vergangenheit bei starken Niederschlägen immer wieder einzustürzen drohte, wie Bauleiter Dr. Thomas Ludwig erinnerte. Wie überhaupt das gesamte Karussell vor zehn Jahren näher am Einsturz gewesen ist, als an der Hoffnung auf Erhaltung. Jetzt jedenfalls seien alle schwierigen Fragen geklärt, die noch anstehenden Arbeiten könnten ohne Stress zum Abschluss gebracht werden.

Bleibt noch das Programm zum Eröffnungsfest, das der Förderverein derzeit entwickelt. Auf der Homepage informiert der Verein über seine Aktivitäten und berichtet auch über den Fortgang der Sanierungsarbeiten.

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