Hanau ein Jahr nach der Eröffnung des Forums

„Wir wollen lauter werden“

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Blick vom Kulturforum auf den Freiheitsplatz. Die Stadtbibliothek hat ihre Besucherzahlen im Vergleich zum früheren Standort am Schlossplatz mehr als verdoppelt, sagt Bibliotheksleiterin Beate Schwartz-Simon. Bis zu 1 000 Menschen kommen täglich in die Bibliothek.

Hanau - Es war die erwartet positive Bilanz, die gestern ein Jahr nach dem Innenstadt-Umbau und der Eröffnung des Einkaufs- und Kulturzentrums Forum Hanau bei einer großen Pressekonferenz vorgelegt wurde. Von Christian Spindler 

Tenor: Wir sind auf dem richtigen Weg, aber wollen weiter die Werbetrommel für die Einkaufsstadt rühren. Mit dem „bisher einzigartigen Modell“ eines offenen Einkaufszentrums als Herzstück des City-Umbaus „haben wir alles richtig gemacht“, sagt Harald Ortner, Chef von HBB. Das Hamburger Unternehmen hatte 160 Millionen Euro in den Forum-Bau investiert. 95 Prozent des Shoppingscenters seien mittlerweile belegt, so Centermanagerin Daniela Schreiber. Dass es im ersten Jahr bereits eine handvoll Wechsel gegeben hat, sei bei einem Einkaufszentrum „eine normale Geschichte“ (Ortner). Nachnutzer gibt es. Das Modelabel Only hat kürzlich einen Laden eröffnet, ein Designermode-Outlet, ein 3-D-Druckershop und eine „Best-Worscht-in-Town“-Filiale sollen folgen.

Hanau verzeichne insgesamt „eine gute Entwicklung in den Bereichen Einkaufen, Kultur, Gastronomie und Wohnen“, bilanzierte OB Claus Kaminsky. Das Gesamtpaket sei erfolgreich. Man wolle die Brüder-Grimm-Stadt aber weiter voranbringen - und dabei auch die Wünsche der Einkäufer in der Innenstadt berücksichtigen, so Stadtentwickler Martin Bieberle. Dass sich bereits viel getan habe, belegten Telefonumfragen im Umland. Während von 1000 Befragten vor dem Innenstadt-Umbau 21 Prozent angaben, sie könnten sich vorstellen, in Hanau einzukaufen, waren es unlängst über 50 Prozent. Mit laufenden Passanten-Befragungen, die von Uni Frankfurt ausgewertet werden, will man die Zufriedenheit der Kunden tiefergehend ergründen. Ergebnisse sollen im Frühjahr vorliegen.

Alles zum Innenstadt-Umbau in Hanau

Der Innenstadt-Umbau und das „neue Hanau“ waren bereits von aufwändigen Werbekampagnen begleitet worden. Das soll weitergehen. Rüdiger Schalinsky, Vorsitzender des Hanau Marketing Vereins, kündigte eine neue Radiospot-Kampagne für die Einkaufsstadt Hanau mit ihren 300 Geschäften an. „Wir wollen lauter werden.“

Trotz aller Erfolge sind auch in der Hanauer Innenstadt Ladenleerstände zu verzeichnen. 41 Geschäfte sind laut Bieberle, zugleich Chef der Hanau Marketing GmbH, während der letzten 24 Monaten in der Innenstadt frei geworden; bei 31 habe die HMG einen neuen Mieter vermittelt. Problem in etlichen Fällen, so Bieberle: Die hohen Mieterwartungen der Immobilien-Eigentümer. Während sich beim prominentesten Leerstand, der früheren H&M-Filiale an der Hammerstraße, nichts tut (wir berichteten), gibt es im Fall des ehemaligen Peter-Hahn-Modehauses an der Nürnberger Straße offenbar bald einen neuen Nutzer. Bieberle: „Wir sind da fast durch.“

Bilder zur Eröffnung des „Forum Hanau“

Bei einem Dauerthema in der City gebe es indes „keine signifikanten Fortschritte“, muss der Stadtentwickler einräumen: Den Ladenöffnungszeiten. Während das Forum bis 20 Uhr offen hat, schließen die meisten anderen Geschäfte früher. Und samstags gibt es gar ein Dutzend verschiedene Ladenschlusszeiten. Hier hoffen nicht nur OB Kaminsky und HBB-Chef Ortner im Sinne der Kundschaft „auf mehr Einheitlichkeit.“

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