Leerstand in Waldsiedlung

John-F.-Kennedy-Straße: Fast alle Geschäfte zu

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Dunkel blickt ins Dunkel: Auch Großauheims Ortsvorsteher Reiner Dunkel beklagt die Ladenleerstände in der Waldsiedlung. Eine Lösung ist indes nicht in Sicht.

Großauheim - Rund 2500 Einwohner zählt der Großauheimer Wohnbezirk Waldsiedlung. Doch einen Supermarkt für die Deckung des täglichen Lebensmittelbedarfs sucht man vergeblich. In der Ladenzeile an der John-F.-Kennedy-Straße herrscht weithin gähnende Leere.

Ein Geschäft nach dem anderen hat dicht gemacht. Kürzlich auch noch der Bäcker. Gerade ältere Menschen, die alleinstehend und nicht mehr mobil sind, stellt das vor Probleme. „Die Hoffnung der Menschen hier ist, dass möglichst bald ein Lebensmittelkonzern auch mal einen kleineren Laden hier eröffnet. Das könnte den Bewohnern der Waldsiedlung, in der viele ältere Menschen leben, helfen“, sagt Ortsvorsteher Reiner Dunkel. Und: Es sei „schlimm für die Anwohner, dass es hier derzeit so gut wie keine Einkaufsmöglichkeiten gibt.“ An der John-F.-Kennedy-Straße stehen seit geraumer Zeit mehrere Läden leer. Vor einigen Monaten ist ein Supermarkt ausgezogen. Der hatte 2007 nach der Eröffnung für Schlagzeilen gesorgt, weil der Ladenbesitzer sein Geschäft „Großes Arschloch“ nannte und ein entsprechendes Schild anbrachte. Nach Protesten und nach einem Streit mit der Stadt lenkte der Geschäftsmann ein. Seit einigen Monaten ist der Supermarkt aber dicht. Kürzlich hat auch ein Bäckerladen die Immobilie verlassen. Und eine weitere Ladenfläche daneben steht ebenfalls leer. Nur noch eine Mini-Bar ist abends geöffnet. „Dort wird Shisha-Pfeife geraucht“, weiß Ortsvorsteher Dunkel.

Ansonsten gibt es lediglich um die Ecke einen Einkaufs-Kiosk, der auch ein kleines Brot- und Brötchen-Angebot offeriert, außerdem Mehl, Zucker, Marmelade - „viel zu wenig für den täglichen Bedarf“, sagt auch der Ortsvorsteher. Wer in der Waldsiedlung nicht mobil ist, um etwa ins Nahversorgungszentrum nach Wolfgang zu fahren, hat vor Ort kaum Möglichkeiten. Immerhin kommt ein Bäcker-Verkaufswagen täglich morgens in die Waldsiedlung, dazu stoppt einmal wöchentlich ein Metzger-Verkaufswagen aus dem Vogelsberg, bevor er nach Wolfgang zum Donnerstagsmarkt fährt, berichtet Dunkel. „Für ältere Menschen ist aber auch die Versorgung mit Getränken ein echtes Problem“, sagt er und erzählt: „Wir fahren einmal die Woche mit meiner Schwiegermutter, die hier in der Waldsiedlung wohnt, zum Einkaufen.“ Zudem besorge der Enkel des öfteren Getränke für seine Oma. Dunkel: „Alleinstehende Senioren haben ansonsten schlechte Karten“. Vor allem „ältere Menschen, die kein Auto haben, haben massive Probleme.“ Und Getränke von einem Lieferservice ins Haus oder die Wohnung bringen zu lassen, komme für viele Senioren mit kleiner Rente aufgrund der damit verbundenen höheren Kosten auch nicht in Frage.

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Der Ortsbeirat wisse über die Lage mit den Ladenleerständen in der Waldsiedlung Bescheid, habe aber keine Anträge gestellt, so Reiner Dunkel, „da die Stadt Hanau ohnehin nichts machen und ja schließlich keinen Lebensmittelladen eröffnen kann.“ Es habe Bestrebungen gegeben sich einzuschalten und wegen der dortigen Leerstände an der John-F.-Kennedystraße initiativ zu werden, heißt es inoffiziell von der Stadt. Auf Anfragen äußerte man sich bis dato aber nicht.

Für die Bewohner der Großauheimer Waldsiedlung bleibt nur die Hoffnung, dass sich etwas ändert. Als Ladenfläche steht immerhin auch die seit fünf Jahren leer stehende Sparkassen-Filiale mit knapp 250 Quadratmetern zur Verfügung. Für einen Lebensmittelladen sei aber der ehemalige Supermarkt wohl geeigneter, meint Ortsvorsteher Dunkel. Auch er hofft, dass, sich die die missliche Situation ändert. hoh/cs.

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