„Hanau liest ein Buch“ geht in die sechste Runde

„Ohrfeige“ wird für Diskussionen sorgen

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Freuen sich auf viele Diskussionen: Bibliotheksleiterin Beate Schwarz-Simon, Buchhändler Dieter Dausien, Familienakademieleiterin Stephanie Kämmerer und Buchhändlerin Doris Hartmann.

Hanau - Es ist angerichtet für die sechste Auflage des Hanauer Lesefestes „Hanau liest ein Buch.“ Vom 16. bis zum 24. September werden rund 60 Leser an den unterschiedlichsten Orten in Hanau aus Abbas Khiders Roman „Ohrfeige“ lesen und damit für ausreichend Gesprächsstoff sorgen, so hoffen die Veranstalter.

Denn in der „Ohrfeige“ geht es um das Schicksal des Flüchtlings Karim Mensy, der in Deutschland strandet und es fortan mit der Bürokratie ebenso zu tun bekommt wie mit echten und falschen Freunden sowie verschiedenen Asylunterkünften, zwischen denen er hin- und hergeschoben wird - bis ihn der Abschiebungsbescheid ereilt. „Das Thema ist eines, das uns alle angeht“, sagte Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck gestern bei der Programmvorstellung im Kulturforum Hanau. Das für das Lesefest ausgewählte Buch sei „auf der Höhe der Zeit“ und könne „eine große Wirkung entfalten.“ Bibliotheksleiterin Beate Schwartz-Simon, Buchhändler Dieter Dausien vom Buchladen am Freiheitsplatz und Doris Hartmann von Bücher bei Dausien hatten das Buch vorgeschlagen. Für „Debatten gibt es jede Menge Möglichkeiten“, ist sich auch Dieter Dausien sicher. Trotz des ernsten Themas vermittele der Autor in seinem Roman keine moralische Botschaft. Vielmehr sei es ein witziges Buch mit schillernden Charakteren, das die Situation der Flüchtlinge, die auf ihr Asylverfahren warten, beschreibe.

Der Auftakt zum Lesefest findet am Mittwoch, 14. September, ab 19 Uhr im Innenhof der Wallonisch-Niederländischen Kirche statt. Ein gut geeigneter Ort, wie Stephanie Kämmerer meint, Leiterin der Familienakademie der Kathinka-Platzhoff-Stiftung. Schließlich habe sich dort und in der Hanauer Neustadt die Integration von Glaubensflüchtlingen nachhaltig manifestiert. Einige neue Leseorte tauchen in diesem Jahr in der langen Liste auf. So das Café in der Herrnmühle an der Kinzig, der neue Weltladen am Großauheimer Rochusplatz, die Halle 2 der Bautz Werke in Großauheim, oder die Jurte der Bibliothek Großauheim, die während des Rochusmarkts nahe des Ruheplatzes stehen wird.

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Natürlich gibt sich der aus dem Irak stammende und seit 2000 in Deutschland lebende Autor Abbas Khider auch die Ehre. Eine Autorenlesung findet am 19. September, 20 Uhr, im Kulturforum der Bibliothek statt. Bereits um 16.30 Uhr signiert der Autor im Buchladen am Freiheitsplatz, am 20. September um 12 Uhr erfüllt er die Autogrammwünsche in der Buchhandlung Bücher bei Dausien – und das natürlich in arabischen Schriftzeichen. Beim Abschlussfest am Samstag, 24. September, 18 Uhr, im Kulturforum werden wohl einige Hanauer diese eher ungewöhnliche Signatur in ihrem eigenen Buch haben. Denn Khiders Roman rangiere jetzt schon bei den lokalen Buchhändlern ganz oben auf der Bestsellerliste, hieß es gestern. dk

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