Gegen Erweiterung des Hessen-Centers

Hanau sieht Gefahr für eigene City

Hanau - Hanau wehrt sich gegen die geplante Erweiterung des Hessen-Centers in Bergen-Enkheim um 14.000 Quadratmeter.

„Wer meint, eine solche Erweiterung des Hessen-Centers habe keine nennenswerten Auswirkungen auf den Einzelhandel im Umland, legt entweder eine bemerkenswerte Oberflächlichkeit bei der Beurteilung an den Tag oder beweist Ignoranz gegenüber den berechtigten Interessen der Region“, erklärte OB Claus Kaminsky (SPD) gestern.

Das Hessen-Center ziele klar auf den Einzugsbereich der Stadt Hanau ab. Während die Brüder-Grimm-Stadt im Einklang mit dem regionalen Einzelhandelskonzept erhebliche Mittel in den Innenstadt-Umbau investiert habe, torpediere die jüngste Planung für das Hessen-Center die städtebaulichen Erfolge und Ziele der Stadt Hanau. In einem Schreiben an den Frankfurter Magistrat kündigt Kaminsky deshalb an, dass die Stadt Hanau zur Wahrung ihrer Rechtsposition erhebliche städtebauliche Bedenken anbringen muss, weil „abwägungsrechtliche Belange der Stadt nicht ermittelt, gewichtet und in der Planung in keiner Weise berücksichtigt werden“.

Unterstützung in ihrer Position findet die Stadt Hanau in einem von ihr in Auftrag gegebenen Rechtsgutachten. Das kommt zum Ergebnis, dass die Erweiterung des Hessen-Centers mit den eindeutigen Zielvorgaben des Regionalen Flächennutzungsplans 2010 nicht vereinbar sei. Das Gutachten geht davon aus, dass ein Bebauungsplan, wie er derzeit von der Stadt Frankfurt für das Areal um das Hessen-Center entwickelt wurde, nicht im Einklang mit den Zielen der Raumordnung steht. Denn der gültige Regionale Flächennutzungsplan enthält, anders als anderorts vielfach offener geregelt, ein bindendes und verbindliches Verbot der Ansiedlung von großflächigem Einzelhandelsvorhaben an so genannten „nicht integrierten Standorten“. (did)

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