Rotling als Seelentröster

Weinfest und Kunsthandwerkermarkt gut besucht

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Nach einem anfangs regnerisch-kühlen Start erfreute sich das Hanauer Weinfest an den vier Veranstaltungstagen zunehmend besserer Witterung - und jeden Tag steigender Besucherzahlen. 

Hanau - Ein meteorologisches Wechselbad machten die Besucher des Hanauer Weinfests und 11. Internationalen Kunsthandwerkermarkts im Schlossgarten am Wochenende mit. Von Dieter Kögel

Von kalt und regnerisch am Donnerstag zur Eröffnung bis hochsommerlich am Samstag und am Sonntag pendelte der Zeiger des Barometers. Aber die Hanauer feiern ihre Feste wie sie fallen. Und vor allem am Samstag war es proppenvoll. Trotz der verregneten Eröffnung hatten sich zur Schlagerparade mit den „Schwiegersöhne“ immerhin einige hundert Schlagerfreunde unter den alten Parkbäumen eingefunden. Getreu dem Motto, dass es kein schlechtes Wetter gibt, sondern nur schlechte Kleidung. Bocksbeutel-Klassiker aus Franken, wie Rotling, Müller-Thurgau, Silvaner & Co. aus den Kellern der Winzergemeinschaft „Frank und Frei“ gerieten zum Festauftakt zu Seelentröstern.

Und auch der Freitagabend zeigte sich wettermäßig unbeständig. Beständig indes waren die Vokalisten der Bockband mit Sänger Reinhard Paul in ihren Reihen, die mit Pop-Evergreens unterhielten und durchaus vor einer stattlichen Zuschauermenge auftraten, die bei angesagter Partymusik das Wetter mehr oder weniger ignorierte.

„The Colours“ mit Smiley Garfield und ihren Soul-Interpretationen, den Oldies und dem Discosound hatten da am Samstagabend den deutlich besseren Teil des Wetters auf ihrer Seite. Und da waren dann auch alle Festgarnituren im Schlossgarten besetzt. Es war proppenvoll. Kein Wunder, dass sich Werner Bayer von der Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) „rundum zufrieden“, mit dem Festabend zeigte.

Gut besucht war auch der 11. Internationale Kunsthandwerkermark, der wenige Meter neben dem Weinfest seine Pforten geöffnet hatte und die verschiedene Produkte an rund 70 Ständen offerierte. Viele Interessierte nutzten die Möglichkeit, die Angebote in Augenschein zu nehmen: Bunte Windspiele aus Acrylglas drehten sich munter, bei der Seifenmanufakturen stiegen den Schaulustigen zunächst die angenehmen Düfte in die Nase, geschmackvolle Ledergürtel wurden vor Ort auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden gearbeitet und an Drechselmaschinen zeigten Kunsthandwerker, wie ihre feinen Holzarbeiten entstehen. Kopfbedeckungen aus Stoff und schicke Strohhüte luden zum Anprobieren ein, ausgefallene Textilsortimente weckten Aufmerksamkeit, und immer wieder an den Ständen: Nettes und Schönes, was man eigentlich nicht braucht, was aber das Leben in den eigenen vier Wänden oder im eigenen Garten angenehmer macht.

Bilder: Weinfest und Kunsthandwerkermarkt

Das eigene Ich konnte natürlich auch getunt werden: Mit verschiedenen Schmuckangeboten. Edle Silber- und Goldschmiedearbeiten, Schmuck aus der „Upcycling“-Produktion, Schmuck aus Leder oder kunstvoll bearbeitetem Glas. Der Kunsthandwerkermarkt, er war wieder ein kleiner Markt der kreativen Möglichkeiten, bei dem auch alleine das Schauen lohnte.

Nicht aber offenbar für jeden. Denn die Männergruppe am Weg entlang der Stände debattierte nicht gerade leise über ihre Bedürfnisse, während die dazugehörigen Frauen sich den Auslagen widmeten. Eigentlich hatten sich die Männer auf den Wein oder das Bier gefreut, doch die Damen, sie wollten zunächst einmal über den Markt ziehen und das mit den Männern zusammen, bevor sie einkehren...

Beim anschließenden Umtrunk auf dem Weinfest verpasste man jedenfalls nicht einmal, was in bei Olympia in Brasilien passiert. Die Stadtkapelle hielt am frühen Samstagabend zwischen Volksmusik und Samba die Gäste auf dem Laufenden, was die Entwicklung des Medaillenspiegels angeht. Und gestern hatten der Keramikmarkt und das Weinfest beim Frühschoppen mit der Sugar French Connection nochmal beachtlichen Zulauf.

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