Wiedereröffnung des historischen Karussells

5000 Lichter im Wilhelmsbader Park

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Das Wilhelmsbader Karussell kurz vor Ende der Sanierung.

Hanau - In den 1930-er Jahre hat sich das Wilhelmsbader Karussell zuletzt regelmäßig gedreht, kurzzeitig auch noch nach dem Krieg. Rund 70 Jahre danach ist es wieder so weit. Von Christian Spindler 

Nach einer sechs Jahre währenden und 4,1 Millionen Euro teuren Restaurierung wird das aus dem Jahr 1780 stammende und weltweit einzigartige Kleinod mit einem großen Fest-Wochenende vom 22. bis 24. Juli wieder eröffnet. Dazu wird mit einem Besucherandrang gerechnet, der „in der Dimension der Wilhelmsbader Sommernacht“ liegen könnte, meint Oberbürgermeister Claus Kaminsky.

Er sei jedenfalls noch nie so häufig angesprochen worden wie in diesen Tagen, berichtet Stefan Bahn, Vorsitzender des Karussell-Fördervereins, der gestern zusammen mit Claudia Schwabe das Festprogramm vorstellte. Alles fiebert offenbar der nahen Wiedereröffnung entgegen, sogar Zeitzeugen des früheren Karussell-Betriebs haben sich gemeldet, und die Homepage des Fördervereins verzeichnet Klick-Zahlen wie noch nie.

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Wenn man auf die Anfänge des 1998 gegründeten Fördervereins und auf die lange Sanierungszeit zurückblicke, sei es „ein kleines Wunder“ , so Kaminsky, was der 250 Mitglieder zählende Förderverein durch seinen „praktizierten Idealismus“ und sein „unglaubliches Engagement“ für das Restaurierungsprojekt über 18 Jahre vollbracht habe.

Dem will man in neun Wochen mit dem vom Verein organisierten Festprogramm Rechnung tragen. Eine Ausstellung im Fürstenbau ist unter anderem geplant, ein Auftritt der barocken Kinziggeister beim Festakt am Freitagabend, Livemusik von acht Künstlern und Bands von Rock- bis Blasmusik an allen drei Tagen, die Illumination des Wilhelmsbader Parks mit 5000 Lichtern am Samstagabend und einem Kinder- und Familienfest am Sonntag mit Mitmachstationen von Einradfahren über Basteln und Bogenschießen bis zu Wasserspielen.

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Höhepunkt ist freilich die Wiederinbetriebnahme des Karussells. Für Freitag sollen zunächst 300 Karten an die Fördervereins-Mitglieder und geladene Gäste ausgegeben werden, weitere 300 will man unter Zeitungslesern verlosen. Und am Samstag und Sonntag werden dann vor Ort je 2500 Fahrkarten für vier Euro (Erwachsene) bzw. zwei Euro (Kinder) verkauft.

Neben dem sanierten historischen Karussell drehen sich an den Festtagen in Wilhelmsbad auch ein Nostalgie- Riesenrad und ein zweistöckiges, 120 Jahre altes Karussell auf der Parkpromenade, wo auch Essen- und Getränkestände stehen werden.

Der Förderverein wird auch künftig mehrmals im Jahr das Wilhelmsbader Karussell betreiben und Führungen anbieten. Das Karussell gehört dem Land Hessen. Von den 4,1 Millionen Euro Sanierungskosten haben der Förderverein 700.000 Euro und die Stadt 40.000 Euro beigesteuert.

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