Wasserstoff im Praxistest

Firmen erproben Lieferwagen mit Brennstoffzellen-Technik

Hanau - Mit Unterstützung des Hessischen Wirtschaftsministeriums werden in Hanau Lieferwagen mit Brennstoffzellen-Technik auf ihre Alltagstauglichkeit getestet. Geplant ist ein über drei Jahre laufender Versuch.

Wie Wirtschaftsstaatssekretär Mathias Samson am Dienstag mitteilte, beteiligt sich das Land Hessen mit bis zu 230.000 Euro an den Kosten des Versuchs, den die Unternehmen Evonik, Umicore und Heraeus gemeinsam mit den Stadtwerken Hanau, der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern sowie dem Fraunhofer Institut planen. Brennstoffzellen gewinnen Strom für Elektromotoren aus der abgasfreien Verbrennung von Wasserstoff. Sie sind - einschließlich des Wasserstofftanks - leichter als Batterien, so dass eine Vergrößerung der Reichweite nicht auf Kosten der Zulade-Kapazität geht. Deshalb eigne sich diese Technik vor allem für Lieferfahrzeuge, heißt es in der Erklärung des Wirtschaftsministeriums.

„Gerade das Rhein-Main-Gebiet mit seinem intensiven Lieferverkehr und seiner hohen Umweltbelastung würde davon profitieren, wenn sich die Elektromobilität schneller durchsetzt“, meint Samson. Und in dieser speziellen Nische könne es durchaus sein, dass sich Wasserstoff als Energieträger mittelfristig etabliere. „Wie realistisch das ist, soll der Versuch ermitteln“, so der Staatssekretär, der in der Tatsache, dass eine zentrale Komponente der Brennstoffzelle - die Membran - in Hessen entwickelt worden sei, einen Beleg für die technologische Kompetenz Hessens auf diesem Gebiet sieht.

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Die sechs Projektpartner wollen zunächst eine gemeinsame Wasserstoff-Tankstelle einrichten und insgesamt acht Hybridfahrzeuge anschaffen - Elektroautos mit zusätzlicher Brennstoffzelle, die sich zuschaltet, wenn die Batterie erschöpft ist. Die Reichweite verlängert sich damit von 160 auf rund 300 Kilometer. „Im Gegensatz zu Range-Extendern mit Benzinmotor entstehen dabei keine Emissionen“, sagte der Staatssekretär. Die Gesamtkosten des Vorhabens liegen bei etwa 550.000 Euro.

did

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