Alleine ging‘s nicht mehr

Hanauer und Mühlheimer Männerchöre proben für gemeinsamen Auftritt

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Zur ihrer ersten gemeinsamen Probe für ihr Konzert trafen sich die Sänger der Polyhymnia Lämmerspiel, der Sumser Hanau und des Liederzweigs Steinheim in der Steinheimer St. Nikolaus-Stube. Am 30. Oktober haben sie ihren großen Auftritt.

Steinheim/Lämmerspiel - „Wir ergänzen uns stimmlich perfekt“, meint Fred Böhn vom Vorstand des Gesangvereins Liederzweig Steinheim. Der hat aus der Not fehlender Sänger eine Tugend gemacht und sich mit den Aktiven der Sängervereinigung Polyhymnia Lämmerspiel und der Sumser Hanau zusammengetan. Die Proben fürs erste gemeinsame Konzert laufen auf Hochtouren. Von Holger Hackendahl 

Unter Federführung der Polyhymnia werden so am Sonntag, 30. Oktober, ab 17 Uhr, immerhin 38 gestandene Männer aus den drei Gesangvereinen zum gemeinsamen Konzert unter dem Motto „Lebe - Liebe - Lache“ auf der Bühne in der Halle des TSV-Lämmerspiel stehen, dirigiert von Chorleiterin Pavlina Georgiev. Die Besucher erwartet ein mehr als zweistündiges Programm mit Chor und Solisten.

Hat ihre Männer im Griff: Dirigentin Pavlina Georgiev.

Bereits seit 2015 bildet die gastgebende Polyhmnia eine Chorgemeinschaft mit den Sängern des Liederzweigs Steinheim und den Sumsern Hanau, die zuvor ihrerseits bereits einige Jahre gemeinsam eine Chorgemeinschaft bildeten. Der Hintergrund ist klar: vielen klassischen Männerchören fehlt es an Nachwuchs. Auf sich allein gestellt können viele Chöre anspruchsvollen mehrstimmigen Chorgesang nicht mehr präsentieren.

Dabei ist das Schrumpfen der Steinheimer, Hanauer und Lämmerspieler Männerchöre beileibe kein Einzelfall. „Mit den Männerchören geht es generell abwärts. Die jungen Leute haben kein Interesse mehr am Singen, die Tendenz geht immer mehr zu gemischten Chören“, hat Günther Schroth, Vorsitzender der Polyhymnia 1901 Lämmerspiel, festgestellt. Doch durch die Bildung von Chorgemeinschaften können die aktiven Sänger ihrem geliebten Hobby weiterhin nachgehen, dabei die Geselligkeit pflegen und ihren gleichgesinnten Freundeskreis ausbauen. Denn vom gemeinsamen Gesang wollen die Herren nicht lassen. Für sie steht fest: „Singen macht froh und befreit vom Alltags-Stress.“

„Unser Polyhymnia-Chor war aus Altersgründen und durch Sterbefälle immer kleiner geworden. Zuletzt waren wie gerade noch 16 Sänger. Damit waren wir zwar noch singfähig, jedoch nicht mehr für größere Konzerte“, erläuterte der Polyhymnia-Vorsitzende Schroth. „Da wir aber mit Pavlina Georgiev dieselbe Dirigentin haben wie die Chorgemeinschaft aus Liederzweig/Sumser lag der Gedanke nahe, die Chorgemeinschaft entsprechend zu erweitern“, erzählt Schroth. Und so ist es möglich, dass die Polyhymnia nun erstmals seit 2008 wieder zu einem großen Chorkonzert einladen kann. Dafür laufen seit Monaten die Proben auf Hochtouren – bislang in getrennten Singstunden, ehe nun in der Steinheimer St. Nikolaus-Stube die erste gemeinsame Chorprobe für den großen Auftritt stattfand. Neben der Chorgemeinschaft aus Polyhymnia, Liederzweig und Sumser wirken bei dem Konzert am 30. Oktober der Frauenchor „Canto felice“ der Sängervereinigung Hausen sowie die Solisten Radoslav Damjanov (Tenor), Pavlina Georgiev (Sopran) und Sofia Moev am Klavier mit. Moderiert wird das Konzert von Antje Orywol aus Steinheim.

Karten sind im Vorverkauf zu je zwölf Euro bei allen mitwirkenden Sängern sowie den Lämmerspieler Vorverkaufsstellen Schreibwaren Yilnaz, der TSV-Gaststätte, im Reisebüro Gersfelder und Post und Lotto Weber, Mühlheimer Straße 35, erhältlich.

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