Meister des Blödsinns

Helge Schneider mit typisch absurden Ideen in Hanau

Hanau - Helge Schneider, der Mann mit den vielen Berufen und Talenten, denkt noch nicht an die Rente. Deswegen war er auch am Donnerstagabend mit seinem aktuellen Programm „LASS KnACKEN OPPA“ im Hanauer Amphitheater zu Gast. Die Show: restlos ausverkauft. Von Dieter Kögel

Helge Schneider

Die Gäste stimmten ein „Happy Birthday“ an. Am 30. August ist Schneider 61 Jahre alt geworden. Das merkt man dem Texter, Musiker, Multiinstrumentalisten, Regisseur, Schauspieler, Komiker, Satiriker und Buchautor nicht an. Zum Auftakt griff Helge Schneider zum Saxophon und widmete sich seinem Lieblingsgebiet: der Impovisation. Die hielt er so lange, bis auch die letzten zu spät kommenden Gäste ihre Plätze gefunden hatten. Wie Überbrückung wirkte es allerdings nicht. Zu versiert die Männer an Gitarre, Bass, E-Piano, Congas und Schlagzeug, zu fesselnd Schneiders Umgang mit seinem ersten Instrument des Abends. Im Verlauf des Auftritts nahm er Platz an der Orgel, an elektronischen Tasteninstrumenten, griff zur Akustik- und zur E-Gitarre, maß sich am Schlagzeug mit seinem Drummer. Die musikalische Wanderschaft führte vom Blues zu Jazz über Rock zum Schlager.

Überhaupt ist Helge Schneider nach wie vor der Mann der Überraschungen. Ganz locker streut er Plaudereien zwischen die Titel: Absurde Biographien seiner Mitmusiker, erfunden oder nicht, Alltagserlebnisse – Helge Schneider öffnet die Türen zum Absurden. Mit typischer Gelassenheit und Selbstverständlichkeit macht er dem Publikum seinen Blödsinn glaubhaft. Dem Mann mit kariertem Sakko, ausgefranstem Strohhut und Schlips, in dem die Farben Schwarz-Rot-Gold herausstechen, ist freundliche, kommerzielle Unterhaltung schon immer am Allerwertesten vorbeigegangen. Das machte ihn nicht zu jedermanns Liebling. Dafür aber zu einem sehr eigenwilligen Künstler, der sich trotz „Katzeklo“ aus dem Unterhaltungsallerlei wohltuend abhebt.

Und Helge Schneider denkt auch schon an die Zukunft der Bundesrepublik: „Was Deutschland braucht, ist ein ganz dicker, gemütlicher und gutmütiger König, der Geld an die Leute verteilt.“ Gute Idee, Helge!

Rubriklistenbild: © Kögel

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