Von Heraeus-Stiftung finanzierte „Com-Box“ unterstützt Deutschunterricht für Flüchtlinge

Lernen in mobiler Sprachschule

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In diesem modernen Container befindet sich das Hightech-Sprachlabor „Com-Box“, das jetzt erstmals in Hessen in der Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth in Betrieb genommen wurde.

Hanau/Hasselroth - Beim Deutschunterricht in der Hessischen Fördereinrichtung für junge Zugewanderte in Hasselroth kommt nun auch eine mobile Sprachschule zum Einsatz. Von Dirk Iding 

Sie soll die Arbeit der Lehrkräfte der Hanauer Ludwig-Geissler-Schule unterstützen, die für die schulischen Angebote in der Einrichtung verantwortlich zeichnen. Unterstützt wird das Projekt von der Heraeus Bildungsstiftung Hanau. „Com-Box“ heißt die mobile Sprachschule, die vollgepackt mit moderner Technik nun erstmals auch in Hessen zum Einsatz kommt, um Flüchtlingen einen noch besseren Zugang zur deutschen Sprache zu verschaffen. Denn dass Sprachkenntnisse die wichtigste Grundlage für eine gelingende Integration ist, darüber waren sich gestern bei der Übergabe der mobilen Sprachschule an die Hessische Fördereinrichtung durch die Vorstandsvorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, Dr. Beate Heraeus, im Beisein der Darmstädter Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid alle einig.

In der Hessische Fördereinrichtung für junge Zugewanderte werden rund 200 Schülerinnen und Schüler in mittlerweile elf so genannten InteA-Klassen (Integration und Abschluss) unterrichtet. Dabei kooperiert die Einrichtung mit der Hanauer Ludwig-Geissler-Schule. Deren Lehrkräfte können nun auch die Angebote der mobilen Sprachschule für ihren Deutschunterricht nutzen. Die „Com-Box“, die vom Münchener Verein Integration von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit Bildungsexperten und der Wirtschaft entwickelt und mit Hilfe von Sponsoren finanziert wurde, verfügt über alle technischen und lernpädagogischen Voraussetzungen für ein effizientes Erlernen der deutschen Sprache - unabhängig von den bereits vorhandenen Grundkenntnissen der Lernenden.

Insgesamt 18 Tablet-Arbeitsplätze stehen den Jugendlichen in der „Com-Box“ zur Verfügung.

Ein in dem Container festinstallierter TV-Flatscreen und 18 Arbeitsplätze mit Tablet-PCs und Kopfhörern ermöglichen sowohl gemeinschaftlichen als auch individuellen Sprachunterricht. Ausgestattet mit einem umfangreichen Sprachlernprogramm soll gezielt die kommunikative Handlungsfähigkeit der Schüler gefördert werden. Dr. Kurt Herget, Leiter der Ludwig-Geissler-Schule sprach gestern von einem „Hightech-Klassenzimmer“, das für die Sprachförderung der Jugendlichen „ein großer Schritt“ sein könne. Auch Hanaus Schulderzernent Axel Weiss-Thiel (SPD) betonte den „Pilotcharakter“ des Projekts. Un das auch für andere Schulbereiche, gehe es dabei doch um den unterstützenden Einsatz digitaler Medien bei der Vermittlung von Lerninhalten.

Bilder: So helfen Sie Flüchtlingen in der Region

Die deutschlandweit erste „Com-Box“ wurde im März diesen Jahres in der vom DRK betriebenen Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Ruppach-Goldhausen (Bayern) in Betrieb genommen. Seither haben Flüchtlinge dort die Gelegenheit, unter Aufsicht Online-Sprachkurse zu absolvieren. Und das kommt nach den Worten von Einrichtungsleiter Matthias Böhm sehr gut an: „Die Resonanz auf die Com-Box ist sehr positiv. Die Menschen freuen sich über die Möglichkeit, schnell und unkompliziert Zugang zur Sprache ihres Gastlandes zu finden.“ Und auch die Ergebnisse der regelmäßigen Lernerfolgskontrollen seien überaus erfreulich.

Auf einen ähnlichen Erfolg der „Com-Box“ hofft man nun auch in der Fördereinrichtung in Hasselroth. Für Dr. Beate Heraeus, Vorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, passt die „Com-Box“ genau zum Anliegen der Stiftung: „Seit 15 Jahren wollen wir Schülern helfen. Und das machen wir, indem wir deren Lehrer unterstützen.“ Dr. Manuel Lösel, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium, nannte die „Com-Box“ einen wichtigen Beitrag zur Sprachförderung. Er appellierte an die Jugendlichen der Einrichtung: „Wenn Ihr ankommen wollt, geht das nur über Bildung. Und Bildung geht nur über Sprache. Nutz diese Chance!“

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