Hessens einziges Hunde-Hallenbad macht zu

„AquaBello“ schließt die Pforten

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Noch bis zum 14. August können Hunde im „AquaBello“ ihre Bahnen im temperierten Nass ziehen. Dann schließt Hessens einzige Hunde-Hallenbad seine Pforten.

Klein-Auheim - Vor zwei Jahren wurde das „AquaBello“, Hessens erstes Hunde-Hallenbad, eröffnet. Nun schließt es am Sonntag, 14. August, seine Pforten. Von Holger Hackendahl 

Hatte kaum noch Zeit für sich und seine Familie: Helmut Füzy.

Grund hierfür sei aber nicht das Ausbleiben der Kundschaft, sondern ausschließlich private Gründe führten zur Schließung des „AquaBello“, sagt Betreiber Helmut Füzy. „Die Resonanz ist ungebrochen“, sagt er.  Seine Gäste bereuen das Aus für das Hunde-Schwimmbad. Das wird unter anderem deutlich an den vielen positiven Kommentaren zum „AquaBello“, wo das Angebot des Klein-Auheimer Hunde-Schwimmbades mit 4,7 von 5 Sternen und damit „sehr gut“ bewertet wird. Bei der Eröffnung im August 2014 stieß Füzys Geschäftsidee auf ein immenses Medienecho. Viele Hundebesitzer waren seither, mitunter von weit her ins Klein-Auheimer Industriegebiet gekommen, um ihren Vierbeinern Wellness und Spaß im temperierten Nass der drei je zehn Meter langen und zwischen 40 und 85 Zentimeter tiefen Edelstahlbecken zu gönnen.

„Reich werden kann man aber mit einem Hundehallenbad nicht“, meint Füzy vielsagend. „Ich bin jeden Tag 15 Stunden hier. Irgendwann fand das meine Familie nicht mehr so toll.“ Im ersten Geschäftsjahr hatte Füzy das Hundehallenbad an sieben Tagen die Woche geöffnet und war meist erst nach Mitternacht nach Hause gekommen. Zuletzt hatte er sich zwar den Mittwoch als Ruhetag gegönnt, doch wirklich zur Ruhe kam der Kleinunternehmer auch dann nicht, denn am Ruhetag musste das erledigt werden, was über die Woche liegenblieb. Nun hat Füzy die Reißleine gezogen und den Mietvertrag für die Halle fristgerecht gekündigt.

Die drei Edelstahlbecken will Füzy verkaufen, Interessenten hierfür gebe es bereits. Für den 59-Jährigen war insbesondere der Medien-Hype rund um die Eröffnung des Hundeschwimmbades eine unerwartete Erfahrung. Neben vielen deutschen Zeitungen, Radio- und Fernsehsendern kamen auch internationale Medien nach Klein-Auheim. Fernsehteams aus Kroatien, Griechenland, USA, Australien und Ägypten berichteten über das Hundeschwimmbad. Selbst aus Neuseeland und Südafrika seien Kunden gekommen, wobei Füzy schmunzelnd einschränkt, dass die Neuseeländerin ihre Mutter in Deutschland besucht hatte und die Südafrikanerin hinter Darmstadt wohnt. Viele haben sich mit netten Worten in einem Gästebuch eingetragen.

„AquaBello“: Ein Schwimmbad für Hunde

Auf einer in seinem Bistro hängenden Deutschlandkarte hat er Stecknadeln platziert. Daraus wird ersichtlich: Das „AquaBello“ zog weite Kundenkreise, sogar aus der Schweiz, Frankreich und Luxemburg reisten Hundehalter an, deutsche Kunden kamen unter anderem aus Dresden, Ingolstadt, München, Stade bei Hamburg, Brandenburg, Hannover, Dortmund, Saarbrücken, der Pfalz, dem „Ruhrpott“, Kassel, Thüringen, Siegen, Wetzlar. Die Liste ließe sich beliebig fortführen. „Einige übernachten auch in Klein-Auheimer Hotels“, weiß Füzy. „Die müssen nun nach Ochsenfurt fahren, denn dort ist das nächst gelegene Hundehallenbad“, weiß Füzy. Für das letzte Wochenende bietet Füzy in seinem „AquaBello“ vergünstige Preise an – für 7,50 Euro die Stunde können Hunde plantschen – es wird bestimmt voll....

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