„Ihre Dankbarkeit ist unser Lohn“

Fahrrad-Werkstatt in der Flüchtlingsunterkunft

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Syed Mohamad Hosseini, Flüchtling aus Afghanistan, hat symbolisch das 100. Spendenrad überreicht bekommen, das in der ADFC-Werkstatt in der Flüchtlingsunterkunft auf Sportsfield Housing in Wolfgang auf Vordermann gebracht wurde.

Wolfgang - Die ehrenamtliche Hilfe für die Flüchtlinge in der städtischen Gemeinschaftsunterkunft auf Sportsfield Housing ist vielfältig. Ein Beispiel: Seit September betreut der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Main-Kinzig dort eine Fahrradwerkstatt.

„Am Anfang war es ein bisschen chaotisch, aber inzwischen haben sich die Abläufe eingespielt“, berichtet der Vorsitzende des ADFC Main-Kinzig, Ulrich Klee. Jeden Montag öffnet die engagierte Gruppe ihren Kellerraum in einem der Wohnblöcke, die von der Stadt Hanau für die Unterbringung der Flüchtlinge genutzt werden. Von 17 bis 21 Uhr ist ein vier- bis sechsköpfiges Team vor Ort, das nicht nur einen „Plattfuß“ behebt und Lampen kontrolliert, sondern auch gespendete Fahrräder zur Übergabe an die Flüchtlinge generalüberholt. „Die Fahrräder werden von Privatpersonen gespendet oder stammen aus dem städtischen Fundbüro“, erzählt Klee. Vor wenigen Tagen konnte sein Team das 100. Spendenfahrrad unters Volk bringen. Nicht eingerechnet sind hierbei die vielen Kinderfahrräder, die aus der Bevölkerung gespendet wurden, und die rund 100 Werksfahrräder, die das Unternehmen Heraeus für die Flüchtlinge zur Verfügung gestellt hat.

Syed Mohamad Hosseini interessieren diese Zahlen nur am Rande. Der Afghane, der vor fünf Monaten mit seiner Frau und seinen zwei Kindern nach Hanau kam, ist einfach nur glücklich, dass er nun ein Fahrrad sein Eigen nennen kann. Hosseini erhielt das symbolische 100. Spendenfahrrad, das in der Fahrradwerkstatt des ADFC hergerichtet worden ist. „Er war - wie alle, die von uns ein Fahrrad erhalten haben - überglücklich“, berichten Klee und Brauns. Diese Dankbarkeit der Flüchtlinge sei Lohn und Motivation weiter zu machen.

„Wir sind als Stadt ungemein dankbar dafür, dass sich der ADFC so engagiert für die Flüchtlinge einsetzt“, sagt Stadtrat Axel Weiss-Thiel. Das ehrenamtliche Engagement sei nach wie vor hoch. „Und wir werden es auch weiter benötigen.“ Es sei deshalb selbstverständlich, dass die Stadt dieses Engagement nach Kräften unterstütze. Der ADFC wird aus den Spendengeldern, die bei der Stadt eingegangen sind, die anfallenden Kosten für das verwendete Material erstattet bekommen. Bei ihren Reparaturen greifen Klee, Brauns und ihre Kollegen gerne auf Hilfe aus Reihen der Flüchtlinge zurück. „Zwei bis drei haben sich im Laufe der Zeit das notwendige Wissen angeeignet. Wir haben sie inzwischen mit eigenem Werkzeug ausgestattet“, freut sich der ADFC-Vorsitzende. In akuten Notfällen helfen sich die Flüchtlinge jetzt direkt untereinander.

Vernetzt und kabellos: Digitalisierung des Fahrrads

Für viele Flüchtlinge ist ein Fahrrad ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in ein normales Leben, vor allem ermöglicht es Mobilität. „Wir als ADFC sind natürlich sehr begeistert, dass Fahrräder hier einen so hohen Stellenwert haben“, freut sich Klee. Gleichwohl ist sich der Club der möglichen Probleme bewusst. „Fahrradfahren zu können, heißt natürlich noch nicht, dass man sich im deutschen Verkehr sofort zurecht findet.“ Deshalb trage sich der Verein mit dem Gedanken, auch eine Verkehrsschulung anzubieten. Wer ein Fahrrad spenden oder sich anderweitig für die Flüchtlinge in Hanau engagieren möchte, kann sich im Koordinationsbüro unter der Nummer 06181/2951944, per E-Mail an die Adresse hanauengagiert@hanau.de oder über die neue Homepage www.hanau-engagiert.de melden.

did

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