Initiative „Lampedusa in Hanau“

Zeichen des Willkommens

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Speisen aus ihren Heimatländern trugen Flüchtlinge aus Somalia und Eritrea zum Festival in der Metzgerstraße bei.

Hanau - Unter dem Motto „Refugees welcome“ hat die Anfang 2014 gegründete Flüchtlingsinitiative „Lampedusa in Hanau“ am Wochenende im und vor dem Haus an der Metzgerstraße ein dreitägiges Festival gefeiert. Von Holger Hackendahl

Bereits am Freitag startete die Veranstaltung mit einer Musikparty von Jungle & Drum’N Bass bis Reggae, Dancehall & Dub, gemischt von den DJs Esdee, Dr. Love Aka lighter Twist, Junior Manga & Flexomat. Hierzu wurden Drinks serviert und es gab jede Menge Infos zu Flucht und Fluchtursachen. „Lampedusa in Hanau“ kümmere sich insbesondere um Flüchtlinge aus Somalia und Eritrea, erklärte Initiativen-Sprecherin Marion Bayer. „Wir konnten schon einige Abschiebungen verhindern. Viele Flüchtlinge haben nun einen Aufenthaltsstatus. Es gibt aber auch Asylsuchende, die bereits im Jahr 2013 hierher kamen und bis heute noch nicht mal ein Interview bei der zuständigen Behörde hatten“, kritisiert Bayer die viel zu langen Wartezeiten. Auch die Wohnsituation der Flüchtlinge, die sich oft zu viert ein Zimmer teilen müssten, sei ein Problem.

Am Samstag lockten ein Flohmarkt und ein afrikanisches Buffet mit Speisen, zubereitet von Flüchtlingen aus Eritrea und Somalia. Spiele mit Anderwelt e.V. sowie Live-Musik der eritreischen Combo JJAS Band sorgten für Unterhaltung. Und am Sonntag endete das Festival mit Fingerfood von der Multitoxic Youth und einem abendlichen Poetry Slam, der musikalisch vom Duo „Light and Rain“ begleitet wurde. Die Initiative „Lampedusa in Hanau“ wurde im Frühjahr 2014 von Flüchtlingen und Unterstützern gegründet – insbesondere um dem „Flüchtlingsverschiebesystem der Europäischen Union“ eigene öffentliche Aktionen entgegenzusetzen und Abschiebungen vor allem nach Italien, wo die Bootsflüchtlinge von Libyen aus über das Mittelmeer ankamen, zu verhindern. „In Italien waren die Zustände für die Flüchtlinge untragbar“, weiß Bayer.

UN: Wir leben in einer Ära der Vertreibung

Angesichts des mangelhaften Angebots an Sprachkursen hat „Lampedusa in Hanau“ zwischenzeitlich auch eigene Sprachkurse organisiert. Die Einnahmen des Festivals fließen in die Finanzierung eines Deutsch-Sprachkurses, der an vier Wochentagen in der Hanauer Kreuzkirche stattfindet. Denn schließlich sei „Sprache der Schlüssel zur Teilhabe in der Gesellschaft“.

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