47,5 Hektar großes Gelände

Investor für Pioneer-Kaserne in Wolfgang gesucht

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Bis Ende des Jahres soll entschieden sein, wer im Verbund mit der städtischen Bauprojekt GmbH das Pioneer-Gelände in Wolfgang entwickelt. Dort sind 700 Wohneinheiten geplant.

Hanau -  Die Entwicklung der Pioneer-Kaserne in Wolfgang gilt als größtes und ehrgeizigstes Projekt der laufenden Umwandlung früherer US-Militärflächen in Wohngebiete. Wie berichtet, hat die städtische Bauprojekt GmbH das 47,5 Hektar große Gelände gekauft.

Es soll zusammen mit einem privaten Investor entwickelt werden, der im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung gesucht wird. Dabei ist man nun eine Runde weiter. Sieben Investoren haben sich beworben, teilte OB Claus Kaminsky im Stadtparlament mit. Nach Informationen unserer Zeitung sollen mittlerweile noch drei in der engeren Auswahl sein. Bis zum Jahresende soll entschieden sein, wer mit ins Boot genommen wird.

Die Entwicklung des Pioneer-Geländes sei „eines der bedeutendsten Projekte dieser Wahlperiode“, sagt Kaminsky. Auf dem Kasernen-Areal sowie auf der angrenzenden Triangle Housing sind insgesamt 700 neue Wohneinheiten geplant. Das bisherige Konzept, das der Hanauer Architekt Klaus Heim erarbeitet hat, sieht vor, das die denkmalgeschützte fächerförmige Bauform der Pioneer-Kaserne, wo abbruchreife Werkstätten, Hallen und Baracken stehen, bei der Neubebauung erhalten bleibt. Auf 140 Grundstücken sind Einfamilien- und Reihenhäuser geplant, im übrigen Teil unter anderem so genannte Stadtvillen mit mehreren Wohnungen sowie Geschosswohnungsbau. Die großen Blocks an der Aschaffenburger Straße („Die zehn Brüder“) will man als Wohnungen und als Gewerberäume nutzen. Nicht alle zehn Blocks sollen umgebaut werden. Einige will man abreißen. An ihrer Stelle ist ein begrünter Lärmschutzwall an der B 8 bzw. B 43a vorgesehen.

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Die Stadt will im Verbund mit dem künftigen Investor zum einen an der Entwicklung des neuen Quartiers entscheidend mitwirken, zum anderen aus dem Weiterverkauf von Teilflächen an Investoren, die dann die Gebäude erreichten, die Infrastruktur in dem Wohngebiet finanzieren - vom Straßen- bis zum Kita-Bau. Die Stadt fungiert quasi als Zwischenhändler und will sich sukzessive aus dem Projekt zurückziehen. Mit der Pioneer-Kaserne ist die Stadt erstmals selbst in die Entwicklung und Vermarktung eines Kasernen-Areals eingestiegen. Der Baustart soll 2018 erfolgen, die ersten Bewohner sollen 2020 einziehen. cs.

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