Fasane machen die Flatter

50 Jungtiere in Steinheim und Klein-Auheim ausgewildert

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Unweit des Häuser Wegs in Steinheim entließ Jagdpächter Michael Birkenfeld 25 Fasane in die freie Natur. Tim Jelinek beobachtet den Abflug der Jungtiere.

Steinheim - Auf Steinheimer Gemarkung wurden dieser Tage 25 Jungfasane ausgewildert. Von Holger Hackendahl

Die drei Monate alten Jung- und drei einjährige Elterntiere wurden von Jagdpächter Michael Birkenfeld in Begleitung des siebenjährigen Philipp und seiner Mutter Bianca Jelinek auf einer Wiese unweit des Häuser Wegs in die Freiheit entlassen. Weitere 25 Feldvögel wurden im Klein-Auheimer Jagdrevier von Thomas Sturm ausgewildert. „Wir möchten die heimische Population stärken“, sagt Birkenfeld nachdem der letzte Jungfasan aus den Holzkisten in die Freiheit geflattert war. Der Jagdpächter und seine Mitjäger wollen die Feldvögel allerdings nicht bejagen. Denn Fasane werden immer seltener, das Niederwild hat kaum noch Chancen, sich auf natürlichem Weg zu vermehren. Jungfasane stehen auf dem Speisezettel von Greifvögeln, Fuchs und der stetig wachsenden Wachbär-Population.

Stefan Jelinek aus Klein-Auheim und seine beiden Söhne Philipp (7 Jahre) und Tim (8) hatten die Jungfasane in den vergangenen Monaten aufgezogen. 100 Fasanenküken hat Jelinek ausbrüten lassen - von vier Zwerghuhn-Glucken und mit Hilfe einer Brutmaschine. „50 Jungfasane, die ich groß bekommen habe, werden ausgewildert“, berichtet Stefan Jelinek, der auch Jäger ist.

„Ich hatte von meinen fünf Fasanen-Hennen so viele Eier. Seit April legte jede im Schnitt täglich ein Ei“, so Jelinek. Gefüttert wurden die Jungen mit speziellem Kükenfutter. „Das ist besonders eiweißreich, denn FasanenKüken fressen in freier Natur viele Insekten.“ In der freien Natur gebe es indes einen Rückgang an Insekten. Hierfür macht er Monokulturen und zu viele Pestizide verantwortlich. „Sehen Sie hier auf der Wiese - es springt kein Grashüpfer. Und wenn Sie mit ihrem Auto fahren, haben sie an der Scheibe kaum noch Insekten kleben. Früher war das anders“, ergänzt Birkenfeld.

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24 bis 26 Tage brauchten die Fasanen-Eier in der Brutmaschine bis zum Kükenschlüpfen. „Das war sehr zeitintensiv. Ich habe die Eier zweimal täglich gewendet, die Temperatur etwas absacken lassen und damit simuliert, dass die Fasanen-Henne das Gelege zur Nahrungssuche verlässt“, berichtet Jelinek, der auch einige Zwerghühner hält. im Mai schlüpften dann die Jungen, die Stefan Jelinek schließlich in einer angemieteten Voliere des Klein-Auheimer Geflügelzuchtvereins bis zur Auswilderung groß gezogen hat.

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