SPD-Nachwuchs sieht Gefahr der Verdrängung Hanauer Bürger

Jusos fordern mehr bezahlbaren Wohnraum

Hanau - Die Jusos fordern die Stadt Hanau auf, sich wieder stärker für bezahlbaren Wohnraum und Sozialwohnungen einzusetzen. Im Zuge des Stadtumbaus, den die Jusos grundsätzlich befürworten, sei teilweise preiswerter Wohnraum verloren gegangen.

Die von Privatinvestoren neu gebauten Immobilien im gesamten Stadtgebiet befänden sich aber größtenteils nicht im unteren Preissegment. Zwar würden so reichere Neubürger nach Hanau strömen, doch könne dies nicht das alleinige Ziel der Stadt sein. „Wir müssen aufpassen, dass die neuen Häuser und Eigentumswohnungen nicht zu einer Verdrängung der Bevölkerung Hanaus führen, welche sich diese Mieten nicht mehr leisten kann“, erklärt Juso-Sprecher Maximilian Bieri. Als erstes fordern die Jusos einen aktualisierten Mietspiegel für Hanau, der von Haus & Grund blockiert werde. Daneben sei es im Interesse Hanaus, auch weiterhin ausreichend bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Vor allem bei der weiteren Stadtentwicklung und der Erschließung der Konversionsflächen sollte genügend Platz für kostengünstige Wohnungen freigehalten werden.

Eine Möglichkeit sei es, sich an dem Vorschlag von Landrat Erich Pipa zu orientieren. Dessen Modell sieht vor, kommunale Grundstücke an Immobilienunternehmen zu verpachten, mit der Vorgabe, Wohnungen für sechs Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zu realisieren. „Das Modell des Landrats ist ein vielversprechendes Konzept zur Realisierung von bezahlbarem Wohnraum, welches auch auf die Stadt Hanau übertragbar ist“, meint Sven Hinterschuster, Vorstandsmitglied der Jusos Hanau.

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Insgesamt würden im Hanauer Stadtgebiet laut dem Darmstädter Institut für Wohnen und Umwelt 1 300 bezahlbare Wohnungen fehlen, deshalb sei ein schnelles Handeln der Hanauer Stadtregierung gefragt, so die Jusos. Die Jungsozialisten fordern, Menschen mit niedrigem Einkommen wieder stärker in den Fokus zu rücken. Hanau und das Rhein-Main-Gebiet dürften sich nicht einer weiteren Verdrängung der ärmeren Bevölkerung in Metropolenregionen anschließen. did

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