Künftige Nutzung

Kanzleigebäude: Es geht zurück auf Los

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Was mit dem Kanzleigebäudes (Bildmitte) und dem früheren Haus des Handwerks (links daneben) passiert, ist weiter unklar. Nun sollen alle Möglichkeiten - von einer kulturellen über eine gastronomische Nutzung bis zu einem Hotel - nochmal geprüft werden. Auch ein Umzug der Volkshochschule bleibt eine Option.

Hanau - Mehr als ein Jahr nach dem Umzug der Stadtbibliothek ins Forum Hanau ist noch immer unklar, was aus dem historischen Kanzleigebäude am Schlossplatz wird. Nun heißt es: Zurück auf Los! Man will alle Möglichkeiten nochmal neu prüfen. Von Christien Spindler 

Der sich zuletzt abzeichnende Umzug der Volkshochschule liegt damit auf Eis. Zumindest vorerst. Baustadtrat Andreas Kowol (Grüne) wählt den Vergleich von „einem weißen Blatt Papier“, um den aktuellen Stand zu verdeutlichen. Heißt: Man will ohne vorherige Festlegungen nun „alle Möglichkeiten nochmal prüfen.“ Und damit auch Varianten, die bereits vom Tisch schienen wie etwa ein Hotel-Projekt. Eine Ausschreibung für ein Hotel war ohne Resonanz geblieben. Und Pläne eines Investors („Vienna Hotel“) hat man schon vor zwei Jahren verworfen, weil sie die Bebauung eines Großteils des Schlossplatzes vorsahen.

Zuletzt rückte der Umzug der Volkshochschule vom Ulanenplatz, wo die Stadt für die VHS ein Gebäude angemietet hat, in den Fokus. Nicht nur Stadtentwickler Martin Bieberle sprach vom VHS-Umzug als der „wahrscheinlichsten Variante“. Das Kanzleigebäude und das ebenfalls seit langem leer stehende Haus des Handwerks seien nach einem Umbau durchaus für die VHS geeignet. Beim Förderverein der Volkshochschule und den Dozenten sieht man das ganz anders. Es kam heftiger Protest. Am Schlossplatz sei die Zahl der Unterrichtsräume zu gering, die Betriebskosten mutmaßlich zu hoch.

Ein Protest, der zumindest aufschiebende Wirkung hat. Laut Kowol will man nun alle Nutzungsmöglichkeiten nochmal aufrollen, darauf hätten sich die Koalitionäre von SPD, Grünen, BfH und FDP verständigt. Man halte den VHS-Umzug für denkbar, aber bisher gebe es „weder eine abgestimmte Haltung noch eine Entscheidung“, hatten die vier Fraktionchefs schon zuvor formuliert. Daran hat sich nichts geändert. In der Stadtspitze soll es Befürworter und Gegner des VHS-Umzugs geben.

Der Baustadtrat sagt, man wolle „nochmal einen Augenblick innehalten“ vor einer Entscheidung, von der es eigentlich geheißen hatte, sie sollte längst gefallen sein. Kowol: „Wir wollen es nicht auf ein paar Monate ankommen lassen.“

Aber gibt es zum VHS-Umzug realistische Alternativen, zumal zuvor schon die Varianten geprüft schienen? Von neuerlichem „Ideen aufrufen“ und „Konzepten vorlegen“ spricht Kowol nun. Das könne von einer kulturellen über eine gastronomische Nutzung bis zur Wiederbelebung von Hotel-Plänen reichen, wobei bei Letzteren auch der Stadtrat einräumt, dass hierbei die Parkplatzfrage ein Knackpunkt ist. Jedenfalls werde man am Ende alle Varianten „wirtschaftlich bewerten“, sagt Kowol.

Trotz des Neustarts bei der Nutzungsfrage - „ein Leerstand über längere Zeit ist nicht akzeptabel“, schränkt er ein. Konsens sei auch: Das Kanzleigebäude soll im Eigentum der Stadt bleiben. Bei der möglichen Einbindung eines Investors sei aber ein Erbbaurecht oder ähnliches denkbar. Ein Umbau des Kanzleigebäudes soll mehrere Millionen Euro kosten.

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