Ab Freitag dreht es sich wieder

Wilhelmsbader Karussell: Einblicke in bewegte Geschichte

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Die Geschichte, Konstruktion und Funktionsweise des Karussells in Wilhelmsbad, aber auch das 18-jährige Engagement des Fördervereins, der sich für die Restaurierung des Kleinods stark gemacht hat, illustriert eine Ausstellung im Fürstenbau.

Hanau - Am Freitag wird er wahr, der (Kindheits-)Traum vieler Hanauer: Das Karussell in Wilhelmsbad dreht sich wieder. Von Laura Hombach 

„Nur noch viermal schlafen“, stimmte Karl Weber, Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, am Montagabend bei der Eröffnung der Ausstellung „Das Karussell im Wandel der Zeit“ in die Vorfreude ein. Einen kleinen Vorgeschmack auf das großen Karussell-Gefühl bekamen die Gäste, die an diesem Abend den Weg nach Wilhelmsbad gefunden hatten.

Die Ausstellung, die in Kooperation der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten und des Fördervereins für das Karussell Einzug in zwei Räume des Fürstenbaus (Parkpromenade 7) gehalten hat, gibt Einblicke in die bewegte Geschichte des historischen Kleinods. Neben vielfältigen Informationen zu Historie, Konstruktion und Funktion des Karussells, wird auch das 18-jährige Wirken des Fördervereins illustriert.

Vom Karussell sind einige Originalteile zu sehen. So etwa ein Antriebsrad, das Ende des 18. Jahrhunderts zum Karussell-Inventar gehörte. Ein Holzmodell des Karussells veranschaulicht die Konstruktion, die der Architekt Ludwig von Cancrin für das 1779/80 erbaute Fahrgeschäft ersonnen hatte. Fragen zur besonderen Funktionsweise des Karussells erläutert ein Film von Fördervereinsmitglied Ernst-Thomas Pürschel. Postkarten, Fotos und Gemälde erzählen vom Karussell im Wandel der Zeit: von dessen Blütezeiten, dem fast 90-jährigen Dornröschenschlaf, den Schäden, dem Verfall. Nicht aber, ohne mittels einer Fotomontage auch schon einmal einen Ausblick auf das zu geben, was die Besucher am Freitag erwartet. Dann, wenn sich beim abendlichen Festakt der rote Vorhang, der jetzt noch den Innenraum verhüllt, lüftet und den Blick auf Pferde und Kutschen freigibt.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Unter den Exponaten zum Wirken des Fördervereins befindet sich auch die von Beate Thierling gestaltete Karte, durch deren Verkauf der Förderverein nach seiner Gründung 1998 die ersten 1 000 Mark für die Karussellsanierung einnahm.

Das Engagement des Fördervereins würdigte Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck in ihrer Eröffnungsrede. Das vom Förderverein Geleistete sei ein Beweis dafür, dass sich bürgerschaftliches Engagement lohne. Und auch Funck stimmte in die Vorfreude ein: „Wir wollen dann auch bitte pünktlich zum Fest aufwachen“, griff sie Webers Vorrede auf. Die Sonderausstellung ist während des Karussellfests am Freitag von 18 bis 22 Uhr, am Samstag von 13 bis 22 Uhr und am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet. Anschließend soll sie auch langfristig im Fürstenbau zu sehen sein.

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