Überwältigender Besucherzuspruch

Karussellfest im Staatspark: „Das ist einfach fantastisch“

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Ein besonderer Hingucker im waren die Hochradfahrer, die im Staatspark ihre Runden drehten.

Hanau - Das historische Karussell in Wilhelmsbad hat sich bereits an den Tagen eins und zwei nach der offiziellen Wiederinbetriebnahme als Besuchermagnet erwiesen, der seinesgleichen sucht. Von Dieter Kögel 

Zigtausende kamen am Wochenende zum Karussellfest in den Staatspark, der wohl einen noch größeren Besucheransturm erlebte als bei den jährlichen Rekordveranstaltungen der Wilhelmsbader Sommernacht. Entsprechend waren auch die Kommentare der Besucher und Organisatoren, die in Superlativen schwelgten. Von „beeindruckend“ bis „fantastisch“ reichten die Äußerungen. Und ob des überwältigenden Interesse an den Fahrten im ältesten festen Karussell der Welt verspricht der Förderverein einen Nachschlag bereits in wenigen Tagen.

Während sich das Wilhelmsbader Karussell am Freitagabend zunächst für geladene Gäste gedreht hatte, feierten die Hanauer am Freitagabend, am Samstag und auch gestern im Rahmen des vom Förderverein groß aufgezogenen Einweihungsfests ungeachtet des zunächst schlechten Wetters - deswegen wurde auch die nächtliche Illumination des Parks am Samstag kurzfristig abgesagt - „ihr“ Karussell. Die Nachfrage nach den Karten für die Rundfahrten in den Kutschen war riesig. Warten war angesagt.

Die Wartezeiten ließen sich aber angenehm vertreiben. Auf der Parkpromenade gab es jede Menge musikalische Unterhaltung, ein kleines Riesenrad lud zu Fahrten in luftigen 25 Metern Höhe ein, ein zweigeschossiges historisches Karussell drehte sich ebenfalls auf der Promenade, wo die Gastronomen alles taten, um die vielen tausend Besucher zufrieden zu stellen. Das Puppen- und Spielzeugmuseum lockte gestern mit einer neuen Ausstellung, das Comoedienhaus lud zum Blick hinter die Kulissen des Scheunentheaters, es gab Führungen durch die Burg-Ruine und den nach englischem Vorbild angelegten Park, aber auch Einblicke in die Technik im Karussell-Hügel. Es war ein ständiges Kommen und Gehen in dem schmalen Tunnel zum Untergrund des Karussells, wo die ausgeklügelte und restaurierte Konstruktion von Ludwig Cancrin, der das Karussell 1780 ersonnen hatte, auf enormes Interesse stieß.

Verschiedene, im Park verteilte Spielstationen sorgten dann gestern beim großen Familientag für Spaß, Bewegung und beste Unterhaltung für Groß und Klein. Ein mehr als versöhnlicher Ausgang nach dem Frust am Freitagabend nach der offiziellen Eröffnung. Da intonierten die „Swing Kings“ gerade „Singing in the Rain“ - und schon kamen wahre Sturzbäche vom Himmel und stoppten die Stromversorgung, die aufgrund der Wetterverhältnisse schließlich auch auf dem gesamten Gelände abgeschaltet wurde, wie Thomas Niewelda, der im Namen des Fördervereins für die Technik verantwortlich zeichnet, bestätigte. „Die Blitze kamen immer näher“, keine Chance für einen langen unbeschwerten Abend - vor allem wegen der Wassermassen von oben. „Man hätte heulen können“, so Niewelda.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Doch bereits am Samstag hatte er seine gute Laune wieder gewonnen. „Das ist einfach fantastisch“, kommentierte er den Publikumsandrang, der schon lange vor der offiziellen Öffnungszeit einsetzte, weil eine Hanauer Zeitung den Beginn des Fests in ihrer Ankündigung vorverlegt hatte. Kaum ein Problem für den Förderverein, der seit seiner Gründung Flexibilität pflegt und rechtzeitig präsent war. Tausende waren es, die über die Promenade flanierten und das Karussell besuchten. Diejenigen, die in der Warteschlange für die Fahrkarten standen, taten das mit stoischer Ruhe. Jedesmal, wenn die sechs Signale zum Start einer neuen Runde ertönten, wussten sie, dass sie ihrem Ziel ein Stück näher gekommen waren.

„Es ist einfach schön“, sagte Alexander Hollenbach, der als Betreiber von Fahrgeschäften über die notwendige Qualifikation zum Handhaben des Wilhelmsbader Karussells verfügt und selbst Mitglied im Förderverein ist. „So viele lachende, glückliche Gesichter“, das ist selbst für einen Profi im Fahrgeschäft nicht alltäglich. Auch Stefan Bahn, Vorsitzender des Fördervereins, strahlte am gestrigen Sonntag über das ganze Gesicht angesichts der zigtausend Besucher am Karussell und bei den vielen Spiel- und Sportstationen im Park. „Es ist fantastisch zu sehen, wie die Hanauer ihr Karussell feiern.“

Rund 2000 Karten für die Kutschfahrten auf dem Karussellhügel wurden allein am Samstag verkauft. Und gestern war die Nachfrage ungebrochen, als die Besucherzahl wohl locker den fünfstelligen Bereich erreichte. Wer bisher nicht in den Genuss einer Karussellfahrt gekommen ist, der hat am Sonntag, 31. Juli, noch mal Gelegenheit. Aufgrund der nicht enden wollenden Nachfrage hat der Förderverein beschlossen, schon am kommenden Sonntagnachmittag das historische Karussell wieder in Betrieb zu setzen.

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