Kreativität kennt keine Grenzen

17. Hanauer Keramikmarkt begeistert Besucher

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Gebrauchskeramik, die ihren Zweck erfüllt und noch dazu das Auge erfreut, so etwas gab es beim Keramikmarkt in großer Auswahl. 70 Aussteller aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland hatten im Schlossgarten ihre Stände aufgebaut.

Hanau - Der 17. Internationale Hanauer Keramikmarkt mit rund 70 Ausstellern aus Deutschland und dem benachbarten Ausland am Samstag und Sonntag im Hanauer Schlossgarten fand zumindest am ersten Markttag unter fast subtropischen klimatischen Bedingungen statt. Von Dieter Kögel

Das schreckte die Keramikfreunde aber nicht, die trotz Schwüle und grauen Himmels die vielfältigen Auslagen und Angebote der Aussteller in Augenschein nahmen – und dabei auch kräftig einkauften. Ein Klima, in dem die Eidechsen, Geckos, Leguane, Schildkröten und Krokodile aus Steinzeugton von „Cerareptilia“ am Eingang zum Markt vom Schlossplatz her gar nicht mal so deplatziert wirkten. Angestarrt auch vom Froschkönig auf seiner Stele vom gegenüberliegenden Stand der Töpferei Seebeck, die ebenfalls bereits regelmäßiger Gast beim Hanauer Keramikmarkt ist. Der Froschkönig ist ebenso ein Blickfang wie der verdrossen aus einem Vorhang von Weinlaub und Weintrauben hervorblickende Bachus oder die Vielzahl von ineinander verschachtelten Köpfen, die eine Skulptur ergeben. Auch die große tönerne Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger fällt sofort auf.

Aber es sind nicht nur die großen Formate vertreten. Auch Keramikringe und kleinformatiger Keramikschmuck wurden am Wochenende im Schlosspark angeboten, pflegeleichte Keramikblüten lockten mit der Aufforderung „Pflücken erlaubt“ zum Kauf. An dem Stand ließ sich auch das Glück in Form von vierblättrigen Kleeblättern samt Marienkäfer erwerben. Nett anzusehen, wie so vieles auf dem Keramikmarkt, der aber auch wieder ein großes Angebot an Gebrauchsgeschirr bereithielt. Tassen, Teller, Kannen, Vasen, bunt, rustikal oder in edel anmutendem Design. Sogar Geschirr mit Goldrand gab es. Und Porzellangefäße, die wie gefaltetes Papier wirkten. Zarte, kunstvolle Gebilde in Weiß, die zum einen ihren Zweck erfüllen, aber dabei auch dem Auge schmeicheln.

Überhaupt ist die Vielfalt der keramischen Techniken und Glasuren beim Internationalen Keramikmarkt immer wieder faszienierend. Das Material scheint, wenn man es versteht, unendliche gestalterische Möglichkeiten zu bieten. Und das in allen Größendimensionen, bis hin zu lebensgroßen Märchenfiguren. Und wo diese zu Hause sind, da gibt es auch fliegende Fische und andere tönerne Kreaturen, die auf ihren Stahlstangen leicht in der Schwüle schwingen.

Archivbilder

Bilder: Keramikmarkt in Hanau

Nebenan am Stand steht eine dunkel gestrichene Leiter. Auf den Sprossen sitzen keramische Schwalben, dicht an dicht. Flieger der anderen Art, die auch in anderen Variationen zu haben sind. „Würde ich mir nie kaufen,“ sagt eine Besucherin. „Aber es ist schön, das einfach anzusehen.“ Etwas gekauft haben sie und ihre Begleiterin trotzdem: Die viel gepriesene und auch nicht zum ersten mal auf dem Keramikmarkt vertetene keramische Knoblauch- und Ingwerreibe. „Wir sind da mehr fürs Praktische,“ sagen sie.

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