Jahrelange Restaurierungsarbeiten stehen vor Abschluss

Wilhelmsbader Karussell: Kutsche mit Überbreite

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Ein echter Hingucker ist die aufwändig restaurierte Kutsche, die gestern zusammen mit den ebenfalls sanierten Pferden zum Wilhelmsbader Karussell gebracht wurde. Ab 22. Juli soll sich das Karussell nach 16-jähriger Sanierung wieder drehen.

Hanau - Seit gestern sind die Pferde und Kutschen des historischen Wilhelmsbader Karussells wieder zurück in Hanau. Mit zwei Spezialtransporten wurden sie aus der Restaurierungswerkstatt in Otzberg nach Hanau gebracht und auf dem Drehkreis des Karussells montiert.

In den nächsten Tagen, so Dr. Thomas Ludwig von der Schlösser- und Gärtenverwaltung, werden die Arbeiten abgeschlossen sein. Für Stefan Bahn und seine Mitstreiter vom Förderverein für das Wilhelmsbader Karussell war es ein kleiner Festtag, als sich die Planen der Auflieger hoben und der Gabelstapler das erste auf Holzpaletten montierte Pferdepaar hoch zum Karussell transportierte. Dessen Einhausung ist mittlerweile verschwunden, die weißen Säulen leuchten in den Park hinein. Die Vorhänge zum Schutz des Innenraumes, sie sind nur ein Provisorium und werden nicht bleiben.

Nicht alle der 16 Pferde reisten gestern an. Zwei „Braune“ standen schon seit geraumer Zeit im Fürstenbau zur Ansicht aus, um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie die Pferde nach der Sanierung wirken würden. Die beiden Rösser, jedes wiegt so 70 bis 80 Kilo, wurden mit Muskelkraft zum Karussell geschafft. Aber allesamt sind sie Schmuckstücke geworden.

Schicht um Schicht der bei Ausbesserungsarbeiten aufgetragenen Farben wurden in der Werkstatt des Restaurators Hans Michael  Hangleiter entfernt,  bis hin zur Originalfarbe, und die wurde aufgefrischt und ausgebessert. Pro Pferd und Kutsche immerhin ein finanzieller Aufwand von rund 15 000 Euro. Laut Bahn haben sich elf Paten gefunden, die die Kosten für je ein Pferd übernommen haben.

Gestern rollten dann auch die Kutschen an, die erste verziert mit Engelsgesichtern, Drachenköpfchen, Blumen, Spiegeln. Aber der Wagen war zu breit. Er passte nicht zwischen den beiden äußeren Säulen durch, ein Seitenteil musste abgeschraubt werden, bevor die Kutsche auf ihren Platz manövriert werden konnte.

Bilder: Historisches Wilhelmsbader Karussell

Wenn sich das 1779 erbaute Karussell wieder dreht, und das wird ab dem 22. Juli der Fall sein und mit einem bis zum 24. Juli dauernden Fest in Wilhelmsbad begangen werden, dürfen die Gäste nur in den Wagen ihre Kreise ziehen. Die Sättel der Pferde bleiben leer.

Insgesamt wird die Sanierung des Karussells bis dahin 4,2 Millionen Euro gekostet haben, wovon der Förderverein etwa 1,2 Millionen aus den Erlösen seiner Veranstaltungen und aus Spenden beigesteuert hat. Das Land Hessen trägt den Löwenanteil der Summe. Eine Investition allerdings, die Wilhelmsbad weltweit in den Fokus der vielen Karussellfreunde rücke, wie Stefan Bahn auch aufgrund der weltweiten Kontakte des Fördervereins betont.

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